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Immer noch leben Tausende Erdbeben-Opfer in Zeltdörfern. In LAquila ist man sechs Monate nach der Katastrophe, die fast 300 Menschenleben forderte, noch weit vom Normalzustand entfernt. Für viele Bewohner sind die Hilfezusagen der Regierung leere Versprechungen geblieben.
Während Premier Silvio Berlusconi gestern unweit von LAquila seinen 73. Geburtstag feierte, gingen dort die Menschen auf die Strasse. Mit bei der Kundgebung dabei war auch die in Italien für ihre Imitationen berüchtigte Komikerin Sabina Guzzanti – verkleidet als Berlusconi.
In Gestalt des Cavaliere schwang Guzzanti vor aufgebrachtem Publikum eine Rede: «Dieses Erdbeben war ein grosser Erfolg», sagte sie. «Ich habe beschlossen, meinen Geburtstag in LAquila zu feiern, denn es ist der letzte Ort, an dem man mich lieb hat», so der falsche Berlusconi. «In meiner Partei, im Parlament und bei mir zu Hause schiesst man mit Steinen nach mir. Hier kann mir nichts passieren, schliesslich trage ich ja meinen Schutzhelm», sagte die baustellengerecht gekleidete Komikerin.
Ganz wie der echte Premier, war auch die Attrappe nicht um ein paar schneidige Sprüche verlegen. Zu dem Vorwurf, die Regierung habe vor dem Erdbeben zu wenig Prävention betrieben, kommts fadengerade. Erdbeben könne man halt nicht vorhersehen. Und ausserdem: «Ich benutze ja nicht mal Pariser», das habe man schon aus den Tonbandaufnahmen der Prostituierten Patrizia DAddario lernen können.
«Alles, was man hat vorhersehen können, ist, dass man damit verdienen kann», so die Berlusconi-Fälschung in Anspielung auf die Unternehmer-Karriere des echten Berlusconi. «Und diesbezüglich haben wir vorgesorgt – und wie!» (noo)