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Barack Obama bei Starmoderator Jay Leno. (AP)
Talk-Schwergewicht Jay Leno empfing den US-Präsidenten Barack Obama in seiner Show «The Tonight Show». Und was zuerst ganz witzig verlief, wurde später zur etwas nachdenklicheren Sitzung.
Doch erst plauderte der Präsident ein bisschen aus dem Nähkästchen, gewann mit seinen Anekdoten souverän die Sympathien des Publikums. Er erzählte vom Leben in der Blase, dem unnachgiebigen Secret Service, der ihn beschützt und vom ganzen Tross, der ihm auf Schritt und Tritt folgt.
Bowling für Anfänger
Dann erzählte Obama auch von seinen Fähigkeiten im Bowling – 129 Punkte habe er bereits geschafft. Was Jay Leno zum sarkastischen «Das ist sehr gut, Mr. President» verleitete. Darauf entgegnete Barack Obama: «Es ist wie die Behindertenolympiade», grinste Obama.
Oje. Selbstverständlich wurde der Präsident bereits kritisiert – ob er sich anmasse, die Behinderten beleidigen zu wollen? Ob er eine Bevölkerungsgruppe diskriminiere? So musste das Weisse Haus reagieren, gab die Erklärung heraus, dass Mr. President selbstverständlich denke, «dass die Behindertenolympiade ein wunderbarer Anlass ist».
Damit war der Sturm im Wasserglas eigentlich abgeflaut. Doch Republikaner, wie der Senator Jon Kyl, kritisierten Obama für seinen Auftritt bei Jay Leno auch grundsätzlich: Der Präsident habe sich um sein Land zu kümmern, um die Bonus-Zahlungen bei den AIG-Managern, und gefälligst nicht für PR-Zwecke unterwegs sein solle.
«Fassungslos»
Der Konter von Obama: «Wenn Du Präsident bist, musst Du gleichzeitig spazieren gehen können und Kaugummi kauen». Obama versuche mit seiner umstrittenen Teilnahme an der Talkshow den US-Normalbürger zu erreichen, verteidigte der Historiker Michael Beschloss im Sender NBC Obamas Auftritt.
Der AIG-Skandal kam bei Jay Leno auch noch zur Sprache: Er sei «fassungslos» gewesen, als er von den enormen Bonuszahlungen an die Manager gehört habe, sagte Obama in der Talkshow. Es sei ihm unverständlich, wie Manager «verschwenderische» Boni akzeptieren könnten, wenn ihr Unternehmen vom Staat 170 Mrd. Dollar (193 Mrd. Franken) zum Überleben erhalten habe. «Die Leute müssen wieder wissen: genug ist genug.» (num)