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Das Schädel-Fragment, das man Jahrzehnte lang Adolf Hitler zuordnete, gehörte tatsächlich einer Frau. (Reuters)
Jahrzehnte lang war man überzeugt, dass der deutsche Diktator am 30. April 1945 eine Zyanid-Kapsel schluckte und sich danach in den Kopf schoss, um der russischen Gefangenschaft zu entgehen. Als Beweis für diese Theorie sah man ein Schädelteil an, dass ein deutliches Einschussloch zeigte.
Wie der Onlineausgabe der britischen Zeitung «Daily Mail» zu entnehmen ist, stellen Erkenntnisse amerikanischer Forscher diese Theorie auf den Kopf: «Wir wissen, dass der Schädel einer Frau gehörte, die zwischen 20 und 40 Jahre alt war», sagt der Archäologe Nick Bellantoni von der Universität Connecticut. (b35)
Bellantoni flog für seine Untersuchung nach Moskau, wo der vermeintliche Führer-Schädel seit Kriegsende lagert, und warf auch einen prüfenden Blick auf das Sofa, auf dem sich Hitler und seine treue Gefährtin Eva Braun umgebracht haben sollen.
Schädel gehört auch nicht Eva Braun
Augenzeugen hatten 1945 berichtet, dass die Körper beider in Laken gewickelt aus dem Bunker getragen und danach in einem Bombenkrater verbrannt worden waren. Wie es nun aussieht muss dieser Teil der Geschichte neu geschrieben werden. Das regt natürlich die Fantasie der Verschwörungstheoretiker an, die schon an eine Flucht Hitlers aus dem Bunker glauben wollen.
Die naheliegende Erklärung, es handele sich bei dem weiblichen Schädel um die sterblichen Überreste von Eva Braun, schliesst Bellantoni übrigens aus. Es gebe keine zeitgenössischen Berichte darüber, dass sich Hitlers Partnerin erschossen hätte.