Historische Kirchen-Zusammenkunft dank Schweizer Kardinal Papst trifft Patriarch auf Kuba

HAVANNA (CUB) - Fast 1000 Jahre nach der Kirchenspaltung treffen sich die Oberhäupter der katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche. Papst Franziskus und Patriarch Kirill beraten sich heute Abend in Kubas Hauptstadt Havanna. Das ist unter anderem auch einem Schweizer Kardinal zu verdanken.

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Der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill steigt in Havanna aus dem Flugzeug. KEYSTONE/AP/ISMAEL FRANCISCO

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Der kubanische Präsident Raúl Castro nahm Patriarch Kirill, Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, bereits gestern in Empfang. Der katholische Papst Franziskus soll heute in Havanna landen.

Heute um 20.15 Uhr (14.14 Uhr Ortszeit) treffen sich Franziskus und Kirill am Flughafen der Stadt zu der historischen ersten Begegnung. Sie wollen unter anderem über die Christenverfolgung in den Krisenherden in Nahost, Afrika und Asien sowie über christliche Werte beraten.

Papst Franziskus in Rom. play
Papst Franziskus in Rom. /EPA ANSA/ETTORE FERRARI

Mit der Begegnung in Havanna wollen sie in Zeiten von Terror, Krieg und Vertreibung ein kraftvolles ökumenisches Zeichen setzen und eine gemeinsame Erklärung zu dem Treffen veröffentlichen. Seit rund 20 Jahren gab es Pläne für ein solches Treffen, das nun durch einen Aufenthalt beider Kirchenoberhäupter in der Region möglich wird.

Schweiz half bei Vermittlungen

An der Vermittlung des Treffens war auch der Schweizer Kardinal Kurt Koch beteiligt. Das Treffen habe einer langen Vorbereitung bedurft, sagte Koch in der SRF-Sendung «Heute Morgen». Das Ziel des Dialoges sei es, die Einheit der Christen wiederzufinden, die im Laufe der Geschichte verloren gegangen sei. «Die Begegnung ist ein Anfang und noch lange nicht das Ziel.»

Kirill gilt als Kritiker liberaler Werte und Verfechter eines Traditionalismus mit einem guten Draht zu Präsident Wladimir Putin. Theologisch trennt die beiden Konfessionen nur wenig. Allerdings gibt es viele politische Stolpersteine, gerade im Zuge der Krim-Annektion und des Ukraine-Konflikts.

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«Es treffen sich nicht zwei Politiker sondern Führer von zwei verschiedenen Kirchen», stellte Kardinal Koch klar. Das Treffen sei ein religiöses Ereignis. Fragen wie etwa die Anerkennung der Menschenrechte spielten aber durchaus eine Rolle.

Katholiken und Orthodoxe gehen seit der Kirchenspaltung (Schisma) aus dem Jahr 1054 getrennte Wege. Die «orthodoxe Welt» ist in 14 Kirchen zersplittert. Die Grösste ist der russisch-orthodoxe Zweig mit rund 150 Millionen Gläubigen.

Der katholische Kirche gehören rund eine Milliarde Menschen an. In den vergangenen Jahrzehnten trafen Franziskus und seine Vorgänger zwar andere orthodoxe Patriarchen, aber bisher nicht den russischen. (lex/SDA)

Publiziert am 12.02.2016 | Aktualisiert am 13.02.2016
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