Historisch: Obama will mit Iran reden!

WASHINGTON – US-Präsident Obama lässt seinen Worten Taten folgen. Nachdem er verkündet hat, er wolle alles dafür tun, die Welt von Atomwaffen zu befreien, bietet sich die USA erstmals an, direkte Gespräche mit dem Iran zu führen.

  • Publiziert: 09.04.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Er will eine Welt ohne Atomwaffen: Barack Obama. (Reuters)

Die USA will sich in Zukunft direkt an den Gesprächen über das iranische Atomprogramm beteiligen. Ein grosser Schritt, denn bislang hatten die USA bilaterale Verhandlungen mit dem Iran stets verweigert.

Aber auch der Iran zeigt sich versöhnlich. Teheran wies das Angebot nicht schon zum vornherein zurück. Es werde geprüft und danach werde eine Entscheidung über eine diplomatische Lösung des Atomstreits gefällt, sagte heute ein hochrangiger Berater von Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

EU-Chefdiplomat soll vermitteln

Die Einladung zu den Gesprächen soll EU-Chefdiplomat Javier Solana überbringen. Das teilten die Mitglieder der sogenannten Sechsergruppe mit, zu der neben den USA auch Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Russland und China gehören.

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Nuklearwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist diese Vorwürfe zurück.

Tag der Atomkraft

Es wird erwartet, dass Präsident Ahmadinedschad heute den neuesten Stand des umstrittenen Atomprogramms seines Landes bekanntgeben wird. Wie die iranischen Medien berichten, will er zunächst die Urananreicherungsanlage in Natans inspizieren, ehe er am sogenannten Tag der Atomkraft Details zum Atomprogramm verraten wird.

Nach einem Bericht der Agentur ISNA will der iranische Präsident in Isfahan eine Fabrik für atomaren Brennstoff einweihen, in der unter anderem Brennstäbe für Atomkraftwerke hergestellt werden sollen. Demzufolge hätte das Land damit die komplette Kette der langwierigen Herstellung von nuklearem Brennstoff hergestellt. (SDA/gca)

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