Hilfegesuch an die Folterer

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • von beat kraushaar und henry habegger

BERN – Erst der US-Horror-Knast. Dann der Unrecht-Staat Jemen. Die Zusammenarbeit der Schweizer Justiz mit Folterknechten nimmt immer grössere Ausmasse an.

Hunderte von Fotos schickte die Bundesanwaltschaft in den US-Folter-Knast Guantánamo. Damit wollte man herausfinden, ob in der Schweiz verdächtige Islamisten den Inhaftierten bekannt sind.

Das gleiche Vorgehen im Unrecht-Staat Jemen (im BLICK). In dessen berüchtigten Folter-Hochsicherheitstrakt schickte unsere Justiz Fotos des in der Schweiz verdächtigen Terrorhelfers Abdullah Y.* (29).

Die Schweizer Behörden taten dies im Wissen, dass in beiden Gefängnissen Inhaftierte misshandelt und Geständnisse durch Folter erpresst werden.

Jetzt kommt aus: Die Zusammenarbeit mit Jemen geschah in grösserem Ausmass als bisher bekannt.
So wurden auch Fotos von zwei in der Schweiz lebenden Muslimen den jemenitischen Behörden übermittelt. Mit der Aufforderung, diese Bilder den Inhaftierten im Folterknast zu zeigen – zwecks Identifikation.

Das Brisante daran: Die zwei Brüder sind unbescholtene Asylsuchende. Sie wurden in der Schweiz nur als Zeugen befragt. Eine Anklage erfolgte nie. Ihr Anwalt Theodor Mion ist beun-
ruhigt: «Wenn ihr Asyl abgelehnt wird und sie zurück in den Jemen müssen, sind sie akut gefährdet.
Davon bin ich hundertprozentig überzeugt.»

*Name der Redaktion bekannt

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