Blackout der französischen Eisenbahn Hilfe, wir sitzen im falschen Zug!

  • Publiziert: 16.08.2010, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Michael Scharenberg

LYON - Die Fahrgäste im Zug von Barcelona nach Zürich glaubten schlecht zu träumen: Nach einem Stopp in Lyon fuhr der Zug doch nie und nimmer Richtung Schweiz!

Blick.ch-Leser Volker B.* will heute Morgen um 10 Uhr seinen Bekannten am Zürcher Hauptbahnhof abholen. Der ist mit dem Nachtzug Talgo «Pau Casals» von Barcelona unterwegs. B.* wartet allerdings vergebens.

Denn sein Bekannter ist zu diesem Zeitpunkt noch Hunderte von Kilometern von Zürich entfernt. Er hat, zusammen mit 105 anderen Fahrgästen, die ebenfalls diese Fahrt gebucht hatten, mittlerweile eine böse Überraschung hinter sich. Eigentlich hatten sie erwartet, in der Morgendämmerung die ersten Schweizer Berge zu erkennen. Statt dessen hielten sie in Modane, dem französisch-italienischen Grenzbahnhof!

Zug wird Lyon geteilt

In Lyon, also noch in Frankreich, wird der Zug geteilt, erklärt SBB-Sprecher Jean-Louis Scherz Blick.ch. Reine Routine, eigentlich. Für die Reisenden nach Italien fährt ein Teil der Waggons jetzt nach Mailand weiter, der andere Teil fährt über Genf nach Zürich.

Doch heute Nacht sind diese beiden Zugsteile schlicht verwechselt worden. «Meines Wissens ist so etwas noch nie passiert», sagt Scherz. «Diese aussergewöhnliche Situation lässt einen vielleicht schmunzeln ─ für jene, die davon aber betroffen waren und unter Umständen einen Termin verpassten, ist dies aber sehr ärgerlich.»

Irrtum fällt erst nach Stunden auf

Nach dem Missgeschick der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF in Lyon, mitten in der Nacht, vergehen Stunden. Dann endlich fällt die Verwechslung auf. Die Waggons für Zürich müssen von Modane nach Lyon zurückkehren. So dass Volker B. seinen verirrten Bekannten heute Mittag, wenn auch mit drei Stunden Verspätung, doch noch in Zürich abholen kann.

Für die 135 Reisenden, die eigentlich via Modane direkt nach Mailand fahren wollten, aber Richtung Genf unterwegs waren, organisert die SBB eine Alternative: Sie sollen via Zürich an ihr Ziel kommen. Leider spielte das Wetter nicht mit. Sonst hätten sie die Fahrt durch die schöne Schweiz vielleicht noch genossen.

*Name der Redaktion bekannt

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