Angriff auf Uno-Gästehaus Hier wird ein Deutscher vor den Taliban gerettet

  • Publiziert: 28.10.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

KABUL – Die Taliban griffen heute ein Gästehaus der Uno an. Dabei zündete einer der Angreifer einen Sprengstoffgürtel – und riss mindestens neun Menschen, darunter sechs Ausländer, in den Tod.

Mindestens drei Bewaffnete stürmten heute früh ein Uno-Gästehaus in dem Geschäftsviertel Schar-e-Now. Dann sprengte sich einer der Angreifer mit einer Bombe in die Luft. Das Haus, das von Angestellten der Vereinten Nationen genutzt wurde, begann zu brennen. Danach flohen die Angreifer in ein Wohnhaus, wo sie von der Polizei erschossen wurden. Alle Kämpfer hätten Sprengstoffgürtel getragen, hiess es.

Nach Angaben der Polizei beschossen die Taliban zudem das einzige Fünf-Sterne Hotel des Landes, das Serena-Hotel in Kabul, mit Raketen.

Bei dem Angriff auf das Uno-Gästehaus wurden nach Angaben des afghanischen Innenministeriums mindestens sechs Ausländer getötet, fünf weitere wurden verletzt. Nach Angaben eines Uno-Sprechers waren unter den Toten mindestens fünf Uno-Mitarbeiter, ihre Nationalität war zunächst nicht bekannt.

Ein AFP-Fotograf sah, wie Verletzte von einem Polizeijeep ins Spital gebracht wurden. Darunter seien mindestens zwei Ausländer mit Schusswunden gewesen. Auch mehrere afghanische Polizisten erlitten nach Behördenangaben Verletzungen.

Der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid sagte, die Opfer beim Sturm auf das Uno-Gästehaus hätten bei der Vorbereitung der Wahl am 7. November mitgeholfen. Die Aufständischen hätten alle Afghanen und Ausländer davor gewarnt, dass sie dadurch zum Ziel würden. Die Vereinten Nationen unterstützen die Wahlvorbereitungen massgeblich.

Zu dem Angriff bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Die Attacke sei nur der «erste Schritt» einer Kampagne der Gewalt gegen die zweite Runde der Präsidentenwahl, sagte Taliban-Sprecher Mudschahid telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. (SDA/gux)

Keine Schweizer Opfer

Neben den sechs ausländischen Uno-Mitarbeitern wurden bei dem eineinhalbstündigen Gefecht auch zwei afghanische Sicherheitskräfte sowie ein Zivilist getötet. Unter den Opfern ist nach Angaben der US-Botschaft ein Amerikaner. Die Staatsangehörigkeit der anderen Opfer blieb zunächst unklar. Angaben dazu machten weder die Uno-Mission in Afghanistan (UNAMA) noch die Polizei. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat keine Kenntnis von Schweizer Opfern.

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