
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Heute um 13:34 trat Jörg Kachelmann (52) ins Freie. Lächelte frisch rasiert in die Kameras. Liess seinen Anwalt reden und schwieg selber.
Als er die schwere Gefängnistür zur Freiheit aufstiess, wurde aber auch klar, dass Kachelmann der Abschied nicht nur leicht fiel. So umarmte der Schweizer einen uniformierten Mitarbeiter des Gefängnis herzlich, drückte diesen zwei, drei Sekunfgen lang innig an sich. Offenbar hatte Kachelmann im Mannheimer Knast neue Freunde gefunden.
Dies wohl auch im Knast. Denn er brauchte rund zweieinhalb Stunden, bevor er sich von allen im Mannheimer Gefängnis verabschiedete, packte, duschte und rasierte.
132 Tage lang hatte sich der Wettermoderator den strikten Gefängnisregeln beugen müssen. Um sechs Uhr aufstehen. Einen Rundgang im Hof. Dann als Essensausgeber arbeiten. Ein Job, der ihm den Knastalltag etwas verkürzte.
Noch ist völlig unklar, wie es weiter geht. Ob Jörg Kachelmann in Deutschland bleibt, wo er allerdings keinen festen Wohnsitz hat, oder in sein Heimatland Schweiz zurückkehrt. Theoretisch wäre es ihm jetzt auch erlaubt, sich auf einer Südseeinsel zu erholen. Jedenfalls bis zum 6. September. Dann muss sich der Wettermoderator wieder in Mannheim einfinden und sich seinem Prozess stellen.
Sollten die Richter ihn der Vergewaltigung an seiner Ex-Freundin für schuldig befinden, drohen dem Schweizer bis zu 15 Jahre Haft. Allerdings erhärten sich gleichzeitig auch Zweifel an gewissen Aussagen des mutmasslichen Opfers – mit ein Grund, wieso Kachelmann heute vom Oberlandesgericht Karlsruhe auf freien Fuss gesetzt wurde.
Sicher ist: So schnell wird Kachelmann als Wettermann im TV nicht zu sehen sein. Die ARD lässt ihn nach seiner Freilassung nicht vor die Kamera. «Wir warten das schwebende Verfahren ab», sagte ein Sprecher der ARD-Programmdirektion. «Durch die Aufhebung des Haftbefehls ist für uns keine neue Ausgangslage entstanden.» (gux)