Krieg in Syrien Hier brennt der historische Basar von Aleppo nieder

ALEPPO - Nach Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen in Aleppo ist im historischen Basar der syrischen Stadt ein Grossbrand ausgebrochen.

  • Publiziert: 29.09.2012
play Die Offensive der Aufständischen in Aleppo ist offenbar zum erliegen gekommen. (Keystone)

Der jahrhundertealte überdachte Basar in der syrischen Stadt Aleppo ist Teil der Altstadt, die von der Unesco zum Weltkulturerbe gezählt wird. Ein Aktivist schätzte, dass in der Nacht auf heute die Mehrheit der Geschäfte niederbrannte.

Auch die Beobachtungsstelle für Menschenrechte und andere Aktivisten meldeten Feuer im überdachten Basar. Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdul Rahman, sagte, die Brandursache sei unklar. Ein grosser Teil des Basars sei zerstört. Ein Aktivist erklärte, die syrischen Behörden hätten der Stadt die Wasserversorgung gekappt, sodass die Löscharbeiten schwierig seien.

Der Markt war in den vergangenen Wochen fast täglich Schauplatz von Kämpfen. Seit Beginn einer Rebellenoffensive im August kontrolliert jede der Konfliktparteien etwa eine Hälfte der strategisch wichtigen Handelsmetropole. Wiederholte Versuche beider Seiten, auch die andere Hälfte einzunehmen, scheiterten.

Die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) begann laut Aktivisten am Donnerstag mit einer Offensive. Es seien die schwersten Gefechte seit Wochen.

In der Hauptstadt Damaskus begann die Armee eine Offensive im östlichen Sektor Ghuta. «Die Armee will sich rächen, und vor allem die Zivilisten zahlen den Preis dafür», sagte der in Damaskus lebende Journalist Matar Ismail. Assads Truppen exekutierten zahlreiche Menschen.

Ghuta und Umgebung sind eine Hochburg der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA). Deren Kampfgruppe Tadschamo Ansar al-Islam hatte sich zu dem Bombenanschlag auf eine Kaserne im Zentrum von Damaskus vom Mittwoch bekannt.

Bombardements gab es laut Beobachtungsstelle auch in den Provinzen Daraa im Süden, Homs und Hama im Zentrum sowie in Idlib im Nordwesten Syriens. In der östlichen Provinz Deir Essor seien bei einem Luftangriff vier Menschen getötet worden.

Die USA stellten der syrischen Opposition unterdessen weitere Hilfen in Millionenhöhe in Aussicht. US-Aussenministerin Hillary Clinton kündigte bei einem Treffen der «Freunde Syriens» am Freitag in New York 15 Millionen Dollar für nichtmilitärische Zwecke und 30 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe an. (SDA)

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