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«Eine Ehre»: Hannibal Gaddafi und Max Göldi im Zwiegespräch. (Keystone)
«Es ist mir eine Ehre, dass Hannibal Gaddafi mich besucht und ich hoffe, dass er seinen Einfluss nutzen kann, um mir in meiner Situation zu helfen», sagte Göldi bei dem Treffen gegenüber Journalisten. Er hoffe auch, dass die Justiz ihre Arbeit machen werde und dass sich einige Dinge verbesserten.
«Ich bin seit 19 Monaten von meiner Familie getrennt und möchte so schnell wie möglich nach Hause zurück», sagte Göldi weiter.
Laut einem Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters wirkte der inhaftierte Schweizer entspannt und lächelte während des Treffens.
Auf die Frage, welche Forderungen er an die Schweizer Regierung stelle, sagte Göldi: «Die Schweiz muss Hannibal Gaddafi das Recht zugestehen, von seinem Recht Gebrauch zu machen.» Die Veröffentlichung von Hannibals Polizeifotos in der «Tribune de Genève» sei «inakzeptabel» und «gegen das Gesetz».
Anschliessend setzten die beiden ihr Gespräch unter vier Augen fort. Göldis Anwalt Salah Zahaf ergänzte, Hannibal Gaddafi habe seinem Mandanten erlaubt, seine Mutter in der Schweiz anzurufen, die heute Geburtstag hatte.
Wichtige Geste
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wertete es als «gutes Zeichen», dass sich weitere Personen aus der Familie Gaddafi für eine Lösung in der Affäre einsetzen. Bislang sei es inbesondere Hannibals Bruder Saif Al-Islam gewesen, der sich persönlich eingesetzt habe, heisst es in einer Stellungnahme.
Amnesty betrachtet Göldi als «Gewissensgefangener», der nur wegen seiner Nationalität im Gefängnis sitzt: Als Reaktion auf die vorübergehenden Festnahme Hannibal Gaddafis in Genf wurde Göldi zusammen mit Rachid Hamdani in Tripolis festgenommen.
Während Göldi am 23. Februar eine viermonatige Haftstrafe wegen angeblicher Visavergehen antrat, durfte Hamdani in die Schweiz ausreisen. Amnesty forderte die libyschen Behörden am Montag erneut auf, auch Göldi umgehend freizulassen. Der schnellste Weg für eine Freilassung sei eine Begnadigung.
Begnadigungsgesuch eingereicht
Das Gesuch für diese Begnadigung sowie einen Rekurs gegen Göldis Verurteilung wollten die Anwälte des Schweizers in diesen Tagen bei der libyschen Justiz einreichen.
Für den Fall, dass der Oberste Rat dem Begnadigungsgesuch nicht stattgeben sollte, reichten Göldis Verteidiger zudem ein Gesuch um Reduktion der Haftstrafe ein. Sie wollen damit erreichen, dass die rund 70 Tage, die Göldi bereits in libyschen Gefängnisssen verbracht hat, von der viermonatigen Haftstrafe abgezogen werden.
Wann Göldi mit einer Antwort rechnen kann, ist offen. Laut Graf kann das Begnadigungsgesuch jederzeit behandelt werden. Beim Rekurs könne es Wochen oder gar Monate dauern. (SDA/gux)