Herzinfarkt mit 82 Jahren Irans Ex-Präsident Rafsandschani gestorben

Der ehemalige iranische Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani ist am Sonntag im Alter von 82 Jahren gestorben.

Akbar Haschemi Rafsandschani: Irans Ex-Präsident mit 92 gestorben play
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Irans Ex-Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani (82) ist tot. Er war am Sonntagvormittag wegen Herzrhythmusstörungen in ein Spital in Teheran eingewiesen worden, wo er Stunden später verstarb.

Der Kleriker war einer der Architekten der islamischen Revolution von 1979. Rafsandschani galt als moderater Politiker und als Mentor des derzeitigen Präsidenten Hassan Ruhani.

Bis zuletzt blieb das politische Stehaufmännchen Rafsandschani eine der einflussreichen Persönlichkeiten im Iran. Deshalb traf etwa Johann Schneider-Ammann im Februar 2016 als Bundespräsident während seines Staatsbesuchs im Iran auch mit Rafsandschani zusammen.

Präsidenten und Präsidentenmacher

Der 1934 in Bahreman im Südosten des Landes geborene Theologe arbeitete sich hoch zum Parlamentspräsidenten und war von 1989 bis 1997 Präsident der Republik. Nebenbei war er auch einer der reichsten Männer im Land. Er hatte Freunde, aber ebenso viele Feinde.

Nach seiner Präsidentschaft wurde er zum Präsidentenmacher im Iran und machte den Reformer Mohammad Chatami 1997 zu seinem Nachfolger. Mit seiner Unterstützung für Chatami und den Reformkurs im Land brachte er die Hardliner und den erzkonservativen Klerus immer mehr gegen sich auf.

2005 trat er erneut zur Präsidentschaftswahl an, musste sich aber gegen den damals eher unbekannten Mahmud Ahmadinedschad geschlagen geben. Danach grenzte er sich mehr vom erzkonservativen Klerus ab und nahm den Kampf gegen die Hardliner auf. Diese brandmarkten ihn als Dissidenten. Er durfte nicht einmal mehr das Freitagsgebet in Teheran leiten.

Chef-Schlichter

Geschlagen gab sich Rafsandschani nicht: Erneut wurde er 2013 zum Präsidentenmacher für seinen Schützling Ruhani, der mit dem Westen ein Atomabkommen aushandelte und auf diese Weise die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran erreichte, unter denen das Land lange gelitten hatte.

Zuletzt stand Rafsandschani an der Spitze des Schlichtungsrates. Dieses Gremium soll bei Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Parlament und dem Wächterrat vermitteln. Letzterer überwacht die Konformität aller Gesetze und Regierungsbeschlüsse mit dem Islam. (SDA/kra)

Publiziert am 08.01.2017 | Aktualisiert am 09.01.2017
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  • Boris  Kerzenmacher 09.01.2017

    Ali Akbar Hashemi Rafsanjanis Spitzname war "Kuseh", das heisst "Hai" wie auch "bartlos". Für einen Mullah hatte er einen schwachen Bart. Er war schlau, und er konnte grausam sein wenn es seine Interessen verlangten. Aber er war immer berechenbar. Sein Widerpart wird fehlen, denn er war eine Opposition im Rahmen des Möglichen. Opposition wie man sie im "Westen" versteht ist nicht möglich, die sitzt im Evin-Gefängnis. Deshalb wird er den Iranern fehlen.
    • Boris  Kerzenmacher 09.01.2017
      2)
      Nicht weil er so guter Mensch war, sondern weil er einen kleinen Spalt geöffnet hat, um ein bisschen frische Luft zu schnappen. Das ist zwar noch nicht Freiheit, aber zumindest eine Idee davon.