Berlusconi Ehefrau Herr Richter, Silvio ist an allem schuld!

  • Aktualisiert am 14.01.2012

ROM – Veronica Lario, Noch-Ehefrau von Silvio Berlusconi, hat bei Gericht eine Scheidungsklage eingereicht. Darin gibt sie die Schuld für das Scheitern der Ehe allein ihrem Mann – aus einem bestimmten Grund.

Mit der einseitigen Schuldzuweisung platzten die Hoffnungen Berlusconis auf eine freundschaftliche Trennung, berichtete die Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera»: «Mit der Schuldweisung will Veronica Lario die Aufmerksamkeit des Richters auf das Verhalten des Ehegatten in den familiären Beziehungen lenken», sagte die Scheidungsanwältin Anna Galizia Danovi.

Kernpunkt des Scheidungsverfahrens ist laut dem Blatt auch die Aufteilung des Medienimperiums Berlusconis zwischen seinen fünf Kindern. Die drei jüngsten Kinder stammen aus Berlusconis Ehe mit der 53-jährigen Lario.

Die anderen zwei, Marina und Piersilvio, stammen aus Berlusconis erster Ehe. Veronica Lario will für eine gerechte Teilung des Vermögens unter allen Kindern kämpfen. Sie befürchtet, dass die ältesten Kinder Berlusconis, die die TV-Holding ihres Vaters leiten, bevorzugt werden könnten.

Auslöser Geburtstagsparty

Anfang Mai hatte Veronica Lario einen politischen Sturm ausgelöst, als sie die Scheidung öffentlich ankündigte und mit Berlusconis Teilnahme an der Geburtstagsparty der 18-jährigen Schülerin Noemi Letizia begründete.

Auch dass etliche Showgirls und Models von Berlusconis Partei als Kandidatinnen für die Europawahl aufgestellt wurden, führte sie als Grund an.

Berlusconi hat erklärt, an seiner Beziehung zu Letizia sei nichts Skandalöses. Ihre Geburtstagsparty habe er besucht, weil er gerade in Neapel gewesen sei. Später wurde der Ministerpräsident auch noch von öffentlichen Aussagen eines Luxus-Callgirls in Bedrängnis gebracht, sie habe nach einer Party eine Nacht mit ihm verbracht. Berlusconi hat das alles als «Müll und Lügen» zurückgewiesen. (SDA/gux)

Berlusconi will Prozessdauer kürzen

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi meint es mit seinen Plänen zur Verkürzung von Gerichtsverfahren offenbar ernst. Seine Mitte-Rechts-Allianz hat dem Parlament einen Gesetzesentwurf zur Begrenzung der Prozessdauer eingereicht. Gerichtsverfahren sollen von der ersten bis zur dritten Instanz höchstens sechs Jahre dauern. Mit Prozessen, die sich über mehr als ein Jahrzehnt hinziehen könnten, sei Italien das schwarze Schaf Europas, sagte Berlusconis Sprecher Paolo Bonaiuti. «Eine zeitliche Begrenzung ist dringend notwendig, damit die Italiener das Vertrauen in die Justiz nicht verlieren.»
Der Oppositionspolitiker Pier Ferdinando Casini kritisierte, dass in dieser Rezessionsphase die Reform der Justiz für die Italiener kein prioritäres Anliegen sei. Stattdessen müsse die Wirtschaftskrise bekämpft werden.
Dürfte Silvio Berlusconi so oder so teuer zu stehen kommen: Noch-Ehefrau Veronica Lario.- Reuters

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