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Den Ärzten im Erdbebengebiet von Haiti geht das Blut aus. «Es wird so viel operiert, wir brauchen dringend Blut», sagte eine MSF-Mitarbeiterin, die heute einen Aufruf in der Landessprache Kreolisch vorbereitete.
«Ärzte ohne Grenzen» hat bislang nach eigenen Angaben mehr als 6200 Patienten in der Erdbeben-Region behandelt und etwa 1000 Operationen vorgenommen.
«Wir müssen viel amputieren», sagt der österreicherische Chirurg Chris Schimanek. «Oft sind die Knochen so zerstört, dass es Monate dauern würde, bis sie heilen», erklärt er. Unter den hygienischen Bedingungen in Haiti sei das nicht möglich.
«Wir müssen hier andere Massstäbe anlegen und auch dann amputieren, wenn wir es in Europa vielleicht nicht tun würden», sagt Schimanek. Eine saubere Amputation und später eine Prothese seien meistens die bessere Lösung.
In den ersten Tagen nach dem Beben seien viele Gliedmassen unter katastrophalen Bedingungen amputiert worden, teils auch ohne Betäubung und entsprechende chirurgische Instrumente. Die Patienten litten heute häufig unter Infektionen.
«Die Nachsorge von Operationen ist eine unserer wichtigsten Aufgaben», sagte Avril Benoît, Sprecherin von «Ärzte ohne Grenzen». Die Hilfsorganisation «Handicap International» bemüht sich, die Herstellung von Prothesen in Haiti zu fördern. (SDA/noo)
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Ein Arzt operiert einen Patienten im Erdbebengebiet von Haiti. (ZVG)