Rebellen geben auf Assad hat die Kontrolle über Aleppo wieder

Die Rebellen in Ost-Aleppo haben sich mit dem Regime auf einen Abzug aus der Stadt geeinigt. Russland meldet, die syrische Regierung habe die Kontrolle zurückerlangt.

Krieg in Syrien: Assad hat Kontrolle wieder - IS zieht aus Aleppo ab play
Der syrische Präsident Baschar al-Assad. REUTERS

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Aleppo ist wieder in der Hand von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Nach jahrelangen Kämpfen und einer monatelangen Blockade durch Regierungstruppen haben die Rebellen in Ost-Aleppo heute ihren Widerstand beendet.

Die Kampfhandlungen in Ost-Aleppo seien beendet, sagte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin in New York. Das syrische Militär habe seine Einsätze gestoppt, um den bewaffneten Aufständischen und ihren Familien die Flucht aus der Stadt zu ermöglichen, sagte Tschurkin weiter.

Die unter Vermittlung Russlands und der Türkei zustande gekommene Einigung auf eine Feuerpause und den Abzug der Zivilbevölkerung und der Aufständischen wurde auch von Seiten der Rebellen sowie des syrischen Militärs bestätigt.

Ab 4.00 Uhr wird der Osten geräumt

Die Rebellen würden ab morgen um 4.00 Uhr MEZ das von ihnen zuletzt noch gehaltene Gebiet im Osten der Grossstadt räumen, sagte ein Vertreter des syrischen Militärs gemäss der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach Angaben der wichtigsten Aufständischen-Gruppe sollte Aleppos ehemaliges Rebellengebiet vollständig evakuiert werden. Jeder werde Ost-Aleppo noch in der Nacht verlassen, teilte ein Sprecher der Gruppe Ahrar al-Scham heute mit. Die ersten Busse sollte bereits am Abend zum Einsatz kommen.

Zunächst sollten Zivilisten und Verletzte aus der Stadt gebracht werden. Anschliessend könnten Kämpfer mit leichten Waffen die Stadt verlassen. Alle könnten entscheiden, ob sie in Gebiete unter Kontrolle der Rebellen im Westen der Provinz Aleppo oder in die Nachbarprovinz Idlib wollten, teilte die Rebellengruppe Nurredin al-Sinki mit.

Gemäss Schätzungen von Hilfsorganisationen sind noch etwa 100'000 Menschen im Osten Aleppos eingeschlossen. Die UNO-Botschafterin der USA, Samantha Power, forderte internationale Beobachter, die die Evakuierung überwachen sollten.

Einst das Wirtschaftszentrum des Landes

Den syrischen Regierungskräften war es in den vergangenen Tagen mit der massiven Unterstützung der russischen Luftwaffe sowie schiitischer Milizen aus dem Libanon, Iran, Irak und Afghanistan gelungen, die seit 2012 von den Rebellen gehaltenen Viertel im Ostteil Aleppos fast vollständig zurückzuerobern.

Die Einnahme der Grossstadt, die vor dem Bürgerkrieg das Wirtschaftszentrum des Landes war, ist ein militärischer Erfolg für Machthaber Assad.

Kurz vor der Einigung auf eine Feuerpause informierte die UNO über ihr vorliegende Berichte, wonach Soldaten von Präsident Assad und verbündete Milizen mindestens 82 Zivilisten während der Vorstösse ins Rebellengebiet getötet hätten.

Darunter seien elf Frauen und 13 Kinder, sagte der Sprecher des UNO-Büros für Menschenrechte, Rupert Colville, in Genf. Demnach wurden Menschen in ihren Wohnungen oder auf der Flucht auf der Strasse erschossen. Colville warnte vor Vergeltungsakten der Regierungstruppen und Milizionäre an Zivilisten.

Aufruf zu Solidarität mit Zivilbevölkerung

Nach der Einigung zwischen Rebellen und der syrischen Regierung für Ost-Aleppo rief UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zur Solidarität mit der Zivilbevölkerung auf. «Wir alle haben die Menschen in Syrien bislang kollektiv hängenlassen», sagte Ban bei einer kurzfristig einberufenen Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats heute in New York.

Als erstes müsse das «Blutbad» in der Stadt sofort aufhören. Es gebe Berichte über «so bisher nie gesehene Bombardierungen», Hinrichtungen und Zehntausende Vertriebene. Alle Kriegsparteien rief Ban auf, den verbleibenden Zivilisten den Abzug aus der Stadt zu ermöglichen und humanitäre Hilfe hineinzulassen. (SDA)

Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert am 14.12.2016
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19 Kommentare
  • Norbert   Jansen aus Meierskappel
    14.12.2016
    Die USA ist eigentlich der Auslöser für das ganze Dilemma in Syrien .Das sind die Folgen US-amerikanischer Destabilisierungspolitik . Gaddafi als er noch lebte hielt das Mittelmeer zu in dem er für Stabilität und Arbeit von Tausenden Schwarzafrikaner sorgte,während Saddam den nahen Osten mit stabilisierte.Kurz ausgedrückt:Die zwei hatten den Laden im Griff,auch wenn es keine Unschuldsengel waren.Die USA ist der Auslöser für den ganzen Schlamassel und den Krieg.
  • Meyer  Roman aus Aarau
    14.12.2016
    Nach 5 Jahren Krieg in Syrien mal was Positives.

    Jetzt ist der Friede nicht mehr weit.
    Danke an Iran, Russland, Libyen die der Regierung von Syrien helfen.

    Die Rebellen hatten die Zivilbevölkerung als Schutzschild genommen, aber jetzt ist Schluss damit.

    Die Rebellen bekommen keine Waffen mehr von uns, das ist gut so.

    Die Menschen von Syrien können ev. normale Jahreswechsel erleben.

    Wir wünschen den Syrer alles Gute und viel Glück beim Aufbau.





  • Michael  Vela aus Bösingen
    14.12.2016
    @Schenk: Den USA ist es absolut unwichtig Demokratie in diese Länder zu bringen. Das ist nur Propaganda für die wahren Ziele. Informieren Sie sich mal über die syrisch-russische Ölpipline die hätte durch Syrien laufen sollen. Informieren Sie sich über den Yinon-Plan, informieren Sie sich darüber in welchen Länder es bis jetzt noch keine durch Rothschilds kontrollierte Bank gibt...
  • Armin  Bruesch aus Thusis
    14.12.2016
    Im Syrien Konflikt hat der ganze Westen kläglich versagt und nur als Zuschauer agiert.Die anscheinend so Mächtigen, reichen uns Allwissenden haben wie Kinder, im Sandkasten gespielt und grosse Worte gemacht,als am anderen Ende: Hunger, Durst Tod und totale Zerstörung herrschten. Die Welt steuert der Totalen Zerstörung zu,weil nur das Geld und Macht zählt, statt Menschlichkeit und den nötigen Respekt zum Nächsten. Noch nie war die Welt so nahe am Abgrund wie Heute.
    • Bernd  Matzgen 14.12.2016
      Blödsinn, die Welt war min. schon 2x näher am Abgrund als Heute. Und Aleppo bzw. Syrien ist nicht die ganze Welt. Also beruhigen Sie sich mal wieder und nehmen Sie ein Baldrian, das hilft.
  • Franz  Méllet , via Facebook 14.12.2016
    War zu erraten dass Aleppo fällt. So brutal wie die Russen bombardieren hat man ja im Tschetschenienkrieg gesehen. Eine Schlacht ist zwar geschlagen, der Krieg noch lange nicht, er wird an anderer Stelle weitergeführt. Kommt noch hinzu dass Assad im arabischen Raum jetzt ein Verräter ist, weil er die russische Armee nach Syrien geholt hat die aktiv mitkämpfen. Und zuletzt - was die Russen genau in Syrien wollen werden wir noch miterleben, da wird der Eine oder Andere noch staunen.