Happy End für den letzten Tiger in Gaza Laziz darf den «schlimmsten Zoo der Welt» endlich verlassen

Nachdem die Tiere eines Zoos in Gaza qualvoll verendeten, wurden sie ausgestopft. Das bizarre Schauspiel hat nun ein Ende. Der Zoo macht dicht, die letzten Bewohner bekommen ein besseres Zuhause.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Genf, Sydney, Washington Frauen marschieren gegen Trump
2 Trump schockierte Experten «Die radikalste Antrittsrede aller Zeiten!»
3 Sie spielten Billard, als die Schneewalze kam Hotel-Kinder...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
3 shares
10 Kommentare
Fehler
Melden

Der Khan Younis Zoo im Gazastreifen erlangte traurige Berühmtheit: Nachdem bekannt wurde, dass Dutzende Tiere in den Käfigen qualvoll verendet sind und danach auch noch ausgestopft wurden, erhielt er den Titel «schlimmster Zoo der Welt». Mit dem bizarren Schauspiel ist jetzt Schluss: Ein Rettungsteam der Tierschutzorganisation Vier Pfoten holte die letzten Tiere aus den Gehegen – sie alle bekommen ein neues Zuhause.

Tiger Laziz fand in Südafrika ein neues Zuhause

Unter ihnen ein stolzes Wesen, das besonders unter der Verwahrlosung gelitten hat: Laziz, der letzte Königstiger von Gaza. Er wird in Lionsrock in Südafrika weiterleben, einem Grosskatzen-Refugium von Vier Pfoten. Dort kann er auf Gras und Erde liegen statt Beton. In einem Lebensraum, der ein Hektar gross ist – bisher war es ein Käfig von drei auf drei Metern.

Tiger Laziz darf schlimmsten Zoo der Welt im Gaza verlassen play
So glücklich sieht Laziz in seinem neuen Zuhause in Südafrika aus. Vier Pfoten

 

Jordanien nimmt mehrere Tiere auf

Auch die anderen Tiere bekommen eine neue Heimat: Fünf Affen gehen nach Israel, Stachelschweine, Schildkröten, Bussarde, jeweils ein Pelikan, Eumu und Reh kommen in ein Schutzzentrum in Jordanien. Ein Dammhirsch-Baby ist leider kurz vor der Ankunft der Retter an einer entzündeten Wunde gestorben.

Indra Kley vom Vier-Pfoten-Rettungsteam ist glücklich über die erfolgreiche Rettung, die am Dienstag begann. «Wir wussten, dass das unsere schwierigste Mission werden würde», sagt sie zu BLICK. Tatsächlich lief nicht alles wie geplant: Israelische Luftangriffe und ein Raketenangriff auf eine grenznahe Israelische Stadt zwang das Team, die Pläne völlig über den Haufen zu werfen. Sie bekamen von den Behörden plötzlich viel weniger Zeit als vorgesehen.

Freiwillig in die Box – wie durch ein Wunder

So entstand die Sorge, dass der stolze Laziz nicht einfach freiwillig eine Transportbox betreten würde. «Wir wollten ihn nicht unnötig betäuben», sagt Indra Kley. Doch der Tiger sei sofort hineinmarschiert. «Als ob er genau wusste, dass ein schöneres Zuhause auf ihn wartet», sagt Kley. Dass die Stachelschweine aus ihrem Käfig türmten, sorgte für zusätzliche Beunruhigung – zur Erleichterung aller tauchten sie später wieder auf.

Der Konflikt zwischen der Hamas und Israel erschwert die Lebensbedingungen in dem Gebiet extrem. Das wirkte sich auch auf den Khan-Younis-Zoo aus, der 2007 eröffnet wurde. Der Besitzer hatte kaum Geld für Essen und medizinische Versorgung der Tiere. Ausserdem ist der Zugang zum Zoo während israelischen Grossoffensiven mehrere Wochen gänzlich abgeschnitten – ein Todesurteil für viele Tiere.

Besitzer zeigt sich erleichtert

Um seinen Besuchern doch noch etwas zu bieten, begann der Besitzer, einige der Leichen zu mumifizieren. So lebten die hungernden Tiere Seite an Seite mit den Toten, die irgendwann in der Mehrzahl waren. Jetzt zeigt sich der Besitzer erleichtert, das die letzten 15 Tiere ein neues Zuhause bekommen: «Ich konnte es kaum ertragen, dass Khan Younis von vielen als schlimmster Zoo der Welt bezeichnet wurde», sagt er.

Publiziert am 28.08.2016 | Aktualisiert am 29.08.2016
teilen
teilen
3 shares
10 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

10 Kommentare
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    29.08.2016
    Danke 4 Pfoten dass Ihr alle unermüdlich dran bleibt!! Mit Gaza ist leider nur 1 Projekt erfolgreich abgeschlossen worden, in Albanien sind sie momentan dran wegen Bären in privater Gefangenschaft zu schauen, diese Tiere werden in ähnlichen Verhältnissen oder schlimmer noch gehalten als im Zoo Gaza!! Macht bitte weiter so liebe 4 Pfoten, die Tiere brauchen Euch (leider!)!
  • Annemarie   Setz 29.08.2016
    Einmal mehr herzlichen Dank an Vier Pfoten, die Organisation, die sich so selbstlos um die geschundene Tierwelt kümmert. Ein Tiger gerettet ist schon wichtig angesichts des Rückgangs dieser wundervollen Tierart in Indien und in Russland. Ein Tiger, der wenigsten ein gutes Leben führen darf. Hoffentlich helfen viele Leute Vier Pfoten bei der Rettung der Bären aus den Käfigen in Albanien, wo sie unter miserablen Bedingungen gefangen gehalten werden.
  • Hermann  Kuch aus Dintikon
    29.08.2016
    Ich hätte da noch einen Zoo, der geschlossen werden sollte: Kairo - wir mussten den Zoo vorzeitig verlassen, weil wir diese Kreaturen hinter rotigen Gitterstäben nicht mehr sehen konnten.
  • Ueli  Sommaruga aus Cebu City
    28.08.2016
    Alle Zoos in der Schweiz sind viel besser, da siehst du keine Tiere hinter Glas... alle in Freigehegen...oder? Hoert doch auf alles schlecht zu reden solange in der Schweiz aehnliche Verhaeltnisse herrschen! Wir sind nicht der Nabel der Welt!
    • Ruth  Herrsche , via Facebook 29.08.2016
      Die Tiere in Schweizer Zoos sind gepflegt,haben genug zu Essen und sind immer Tierärztlich versorgt.Es stimmt schon, es gibt Bauern die behandeln ihre Tiere auch schändlich und lassen sie verhungern siehe Bauer in Boningen.Da fehlt es an der Kantonstierärztin die das zulässt.Aber den Tieren in unseren Zoos geht es gut.Den schönsten Zoo den ich kenne ist Hagenbeck in Hamburg
    • Marion  Jost aus Schönenwerd
      29.08.2016
      @Roebi: Wie können Sie bloss die katastrophalen Zustände in Gaza mit dem gut gefütterten und gut gepflegten Tiere bei uns vergleichen???? Sie sollten sich die Bilder und Filme von 4Pfoten mal ansehen und dann nochmals nachdenken!!!
  • Gina  Meier 28.08.2016
    Seltsamer "Besitzer" der den Tieren ein solches Daheim zumutete, und es anscheinend nur schlimm fand, dass sein Image im Ausland m nicht gut war. Was für ein Segen, das es die 4 Pfoten gibt und Leute die sich um das Wohl der Tiere kümmern.