Hamsterkäufe, kilometerlange Staus, verrammelte Häuser in Miami So erlebt Elsad Cafarov aus Bern Hurrikan «Matthew»

Hamsterkäufe, kilometerlange Staus, verrammelte Häuser. Hurrikan «Matthew» versetzt den Südosten der USA in Ausnahmezustand.

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Hurrikan «Matthew» hält den Südosten der USA seit über 24 Stunden in Atem. Behörden verteilen Sandsäcke, während Bewohner eilig Batterien, Transistorradios, Konserven und Trinkwasser einkaufen und ihre Wagen auftanken. Innert Stunden waren die Supermärkte leergefegt, an den Tankstellen ging das Benzin aus.

Hurrikan «Matthew» erreicht US-Küste: Es herrscht Ausnahmezustand play
Hat «Matthew» in Miami erlebt: Elsad Cafarov. ZVG

«Die Vorbereitungen sind enorm», sagt der Berner Elsad Cafarov (20) zu BLICK. Der gelernte IT-Supporter macht derzeit einen Sprachaufenthalt in Miami. «Ich musste über zwei Stunden an der Walmart-Kasse warten, nur um Wasser zu kaufen. Als Schweizer fühlt man sich hier wie im falschen Film.» 

«Dieser Sturm ist ein Monster»

Nach seinem tödlichen Zug durch die Karibik hatte der Wirbelsturm gestern Kurs auf die US-Küste genommen. US-Präsident Barack Obama erklärte die Bundesstaaten Florida, Georgia und South Carolina zum Notstandsgebiet. Die Behörden gaben Evakuierungsbefehle für drei Millionen Menschen aus.

Hurrikan «Matthew» erreicht US-Küste: Es herrscht Ausnahmezustand play
Mehrere Bezirke mussten evakuiert werden. imago

Auf den Autobahnen zwängten sich die Küstenbewohner in kilometerlangen Staus landeinwärts. Die Menschen, die blieben, verbarrikadierten sich in ihren Häusern. 

«Dieser Sturm ist ein Monster», sagte Floridas Gouverneur Rick Scott. Er rief die Bevölkerung zu äusserster Vorsicht auf. «Geht nicht surfen, geht nicht an den Strand. Ihr werdet sterben.» Eine Warnung, die teils ungehört verhallte. Fotos zeigen Neugierige, die am Strand die Wellen und den Sturm beobachten oder sogar surfen gehen. 

Hurrikan «Matthew» erreicht US-Küste: Es herrscht Ausnahmezustand play
Menschen bunkern Notvorräte. imago
Zehntausende Haushalte ohne Strom

Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums erreichte der Hurrikan Windgeschwindigkeiten von 230 Stundenkilometern. «Gegen Donnerstagmittag veränderte sich das Wetter schlagartig. Plötzlich goss es wie aus Kübeln», sagt Elsad Cafarov. «Bei uns in der Nachbarschaft fiel der Strom aus. Wasser hatte es phasenweise auch keines.»

Hurrikan «Matthew» erreicht US-Küste: Es herrscht Ausnahmezustand play
Starke Regenfälle und Wind suchen derzeit die US-Südstaaten heim. REUTERS

So wie dem Berner ging es in Florida vielen. In der Nacht waren laut den Behörden etwa 95'000 Haushalte und Geschäfte ohne Strom. Der Flugbetrieb auf dem internationalen Flughafen in Miami wurde weitgehend eingestellt. Schulen und Universitäten schlossen für den Rest der Woche, auch der Freizeitpark «Disney World« in Orlando machte bis Samstag dicht.

«Es gab besorgte Anrufe»

Die Swiss musste «wegen der Wetterlage in Miami» zwei Flüge annullieren. Betroffen waren 350 Fluggäste. Turbulenzen gab es auch bei den Reisebüros. An der Ostküste Floridas wurden mehrere Hotels evakuiert. «Der Hurrikan war bei uns Hauptthema», sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Sprecherin von Hotelplan Suisse. «Es gab zahlreiche besorgte Anrufe. Die wenigen Kunden in der Warnzone haben wir aber bereits im Vorfeld informiert und umgebucht.»

 

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30 Hilfskräfte warten auf ihren Einsatz. KEYSTONE

«Matthew» könnte der verheerendste Hurrikan sein, der Florida seit «Andrew» im Jahr 1992 heimsucht. Dieser richtete schwere Verwüstungen an und riss 65 Menschen in den Tod. Nun hofft man, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.

Die Chancen stehen derzeit gut. Die Küsten von Süd-Florida mitsamt der Millionenstadt Miami wurde bislang verschont. Der Sturm wurde im Verlauf des Morgens schwächer und drehte langsam nach Nordosten ab. Auch Cafarov glaubt, dass sich die Lage bis Samstag normalisiert.

Publiziert am 07.10.2016 | Aktualisiert am 09.10.2016
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5 Kommentare
  • Hermann  Kuch aus Dintikon
    08.10.2016
    Herr Hauser, kommt auch noch dazu, dass die Amis nicht in der Lage sind, Stromleitungen in den Boden zu legen oder sonst weniger zerstörbar zu konstruieren, nachdem JEDES JAHR diverse Blizzards hunderttausende von Haushalten und Industrien mit Stromausfällen lahmlegen.......
  • marcel  Ruetsche 07.10.2016
    Alles halb so schlimm wie in diesem bericht beschreiben, bin zu Zeit in florida, miami, ford lauderdale balm beach waren keine grossen schaeden, in Melbourn Daitona Beach, sieht es etwas anderst aus, wobei der hurricane nun ein 1 bis 2 ist, auf der west seite, wo auch schulen geschlossen wurden, absolut nichts ausser wind und einige orten viel regen. dieser Herr tut mir leid wenn er 2 std. im Walmart an steht, wo es 5 cent billiger ist , wo anderst in 5. min erhaeltlich
  • Albert  Greber aus Aristau
    07.10.2016
    Heinrich aus der Schweiz: Ich lebe schon seit Jahren in Florida, Ihre Aussage ist wieder einmal typisch Schweizer-besser wissen. 2 Wochen unabhaengig Leben? Was wuerden sie machen wenn sie in einer Wohnung sind zB mit 2 Zimmern? Klar etwas kochen, habe vergessen es hat ja keinen Strom. Ich moechte Ihnen nur sagen, dass es auch in der Schweiz nich voellig normal ist, dass die heutige Gesellschaft keinen Vorrat mehr hat. Ich hatte einen wieviele auch, aber das nutzt nur fuer kurze Zeit..
    • Heinrich  Hauser 07.10.2016
      Schon mal etwas von Campingkocher gehört? Ich Lebe in einer 2 Wohnung habe aber in der Küche einen Schrank mit all diesen Dingen drin wie gesagt so lange kein Erdbeben passiert bei welchem das Haus einstürzt. Und Herr Gerber man kann mit einigen Einschränkungen 2 Wochen lang völlig unabhängig leben. Es braucht ja nicht immer ein Handy etc. Aber ich bin es mir gewohnt belächelt zu werden aber passiert mal was bin ich der der Lachen kann. Nur mal über meine Worte nachdenken.
  • Heinrich  Hauser 07.10.2016
    Ich finde es lustig und tragisch,das die Amis nie etwas aus vergangenen Stürmen lernen. Es ist doch vollkommen normal das man Zuhause einen kleinen Notvorrat, Batterien, Kerzen usw. hat um im Falle eines Falls ein zwei Wochen völlig unabhängig zu sein. Aber es sind halt Amis dehnen liegt das Vorsorgen nicht so.