Hamas-Führer Meschaal ruft zur «dritten Intifada» auf

  • Publiziert: 27.12.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

Bei israelischen Luftangriffen auf Einrichtungen der Hamas sind über 220 Menschen getötet worden. Die radikal-islamische Hamas kündet Vergeltung an.

Ein Sprecher der palästinensischen Gesundheitsbehörden teilte am Abend mit, die Zahl der Toten sei auf 225 gestiegen. Mehr als 700 Personen seien zum Teil schwer verletzt worden. Es handle sich um die höchste Opferzahl an einem Tag seit dem Sechstagekrieg von 1967. Unter den Toten sind auch der Hamas-Polizeichef, Taufik Dschaber, sowie der Hamas-Sicherheitschef Ismail al-Dschabari.

Rund 60 Kampfflugzeuge hatten am Samstag gegen 11.30 Uhr Ortszeit überraschend den Gazastreifen angegriffen. Rund 50 Einrichtungen der Hamas und 25 Abschussrampen seien zerstört worden. Die israelische Luftwaffe setze ihre Angriffe auch am Abend fort.

Eskalation der Gewalt

Unmittelbar nach den ersten Luftangriffen forderte Hamas- Sprecher Fausi Barhum den militanten Flügel der Hamas auf, Raketen mit der grössten Reichweite auf Israel abzufeuern.

Nach israelischen Polizeiangaben schlugen darauf mehr als 50 selbst gebaute Geschosse auf israelischem Boden ein. Ein Mann kam dabei ums Leben. Fünf weitere Israelis wurden bei den Angriffen teilweise schwer verletzt.

Aufruf zur «dritten Intifada»

Armeesprecher Benjamin Rutland sagte, Ziel der Luftangriffe sei es, den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zu minimieren. Israels Regierungschef Ehud Olmert schloss am Samstagabend vor Journalisten einen lang andauernden Einsatz nicht aus.

In einer ersten Reaktion forderte der palästinensische Präsident Mahmud Abbas die israelische Regierung auf, «diese Aggression sofort zu beenden».

Der im Exil lebende Hamas-Führer Chaled Meschaal rief im Sender El Dschasira die Palästinenser zu einer «dritten Infifada» auf. Die Hamas und andere radikale Palästinensergruppen kündigten Vergeltung an.

Internationale Besorgnis

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte ein sofortiges Ende aller Gewalt im Nahen Osten. Jordanien verlangte eine Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga. Der Jemen forderte einen Krisengipfel der arabischen Staaten. Auch Ägypten und Teheran verurteilten die Angriffe.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy warf Israel unverhältnismässigen Gewalteinsatz vor. Der Vatikan verurteilte die Luftangriffe. Die Europäische Union forderte deren sofortiges Ende. Auch Moskau appellierte an beide Seiten, die Kämpfe einzustellen.

US-Aussenministerin Condoleezza Rice erklärte, die Hamas habe die Waffenruhe gebrochen und sei für die erneute Gewalt in Gaza verantwortlich. Die Waffenruhe müsse umgehend wiederhergestellt werden.(sda/lec)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet
3 Private Firma kauft 14 Kampfjets «Wie Top-Gun, nur besser und globaler»bullet

Ausland