Haider hatte 1,8 Promille intus

WIEN – Jörg Haider, der österreichische Rechtspopulist, der am Wochenende bei einem Autounfall ums Leben kam, ist nicht nur gerast, er war auch betrunken. Und das nicht zu knapp.

  • Publiziert: 15.10.2008, Aktualisiert: 13.01.2012

Bei dem Toten seien 1,8 Promille Alkohol im Blut festgestellt worden, bestätigte Haiders Sprecher. Der Chef der rechten Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) und Kärntner Landeshauptmann hatte sich am frühen Samstagmorgen in Klagenfurt mit seinem Dienstwagen mehrfach überschlagen (Blick.ch berichtete). Der 58-Jährige war sofort tot.

Mit 142 Kilometern pro Stunde war er doppelt so schnell unterwegs als erlaubt. «Es ist richtig, dass Landeshauptmann Jörg Haider zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert war. Ich kann und muss das bestätigen», sagte Haiders Sprecher und neuer BZÖ-Chef Stefan Petzner heute.

Eine Stellungnahme der Behörden und der Familie werde es nicht mehr geben. «Ich kann nur appellieren, dass die Medien das akzeptieren», sagte Petzner.

Medien sollen Stopptaste drücken

Jörg Haiders Familie forderte über Pressesprecher Petzner die Medien auf, «jetzt und hier die Stopptaste zu drücken und die Berichterstattung betreffend des Unfalles abzuschliessen».

Bei dem Unfall sei niemand verletzt worden, «sondern Jörg Haider selbst hat den höchsten Preis gezahlt, den man zahlen kann, nämlich sein Leben.»

Das österreichische Nachrichtenmagazin «News» hatte zuvor in einer Vorabmeldung berichtet, dass Haider zum Unfallzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen sei. (SDA/gux)

Mehr als eine Flasche Wein

Um einen Wert von 1,8 Promille Alkohol im Blut zu erreichen, muss man ziemlich tief ins Glas schauen. Der «Promillometer» der Schweizer Fachstelle für Alkohol- und Drogenprävention im Strassenverkehr (ASN) klärt auf: Ein 80 Kilo schwerer Mann muss dafür über sechs Stunden verteilt einen Liter Wein und zwei 4-cl-Gläschen Schnaps kippen – angenommen, er hat eine Mahlzeit im Magen. (hhs)
play Jörg Haider starb am Wochenende, als er auf dem Weg zum Geburtstagsfest seiner Mutter war. (Reuters)

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