Hacker-Genie (18) muss an Polizei-Compi hocken

  • Publiziert: 15.07.2008, Aktualisiert: 02.01.2012

HAMILTON (Neuseeland) – Der 18-jährige Neuseeländer programmierte «eines der ausgefeiltesten» globalen Hackernetze. Aber seine Richter drückten ein Auge zu – weil sein Können gefragt ist.

Der junge Mann soll nach Angaben des Gerichts in Hamilton seine aussergewöhnlichen Fertigkeiten jetzt der Polizei zur Verfügung stellen. Richterin Judith Potter ordnete zudem an, dass er rund 10000 Franken Entschädigung zahlen soll, weil er das Computersystem einer US-Universität zum Zusammenbruch gebracht hatte.

Der Teenager hatte sich in sechs Fällen von Internetkriminalität schuldig bekannt. Er war der Kopf eines weltweiten Hackerrings, der rund 1,3 Millionen Computer infizierte. Dabei soll ein finanzieller Schaden in Höhe von umgerechnet 20 Millionen Franken entstanden sein.

«Akill» ist Meister seines Fachs

Der Hacker hatte sich das Programmieren selbst beigebracht und trat im Internet unter dem Namen «Akill» auf. Der Jugendliche leidet am Asperger-Syndrom, einer abgemilderten Form des Autismus.

Er entwickelte einen einzigartigen verschlüsselten Virus, der von der gängigen Anti-Virus-Software nicht entdeckt werden konnte. Internationale Ermittler bezeichneten das vom Teenager entworfene Programm als «eines der ausgefeiltesten», das ihnen je begegnet sei.

Uni-Server von Pennsylvania gehackt

Aufmerksam wurden die Ermittler auf die gefährliche Software, als im Jahr 2006 der Server der Universität von Pennsylvania in den USA nach einer Attacke abstürzte, in die rund 50000 Computer einbezogen waren. Die US-Bundespolizei FBI arbeitete auf der Suche nach den Urhebern mit den neuseeländischen und den niederländischen Behörden zusammen. (SDA)

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