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Die Eltern von Annagreth Würgler aus Rüttenen SO leiden.
Vor drei Jahren reist ihre Tochter mit dem Velo durch Argentinien. Erst mit Freund, dann allein. Das letzte Lebenszeichen stammt vom 26. August 2004. Ein E-Mail. Seither fehlt von der jungen Frau
jede Spur (im BLICK).
Ist sie tot? Oder lebt sie vielleicht noch? Familie Würgler hofft wieder, denn es gibt eine neue Zeugin.
Bis jetzt war für die argentinische Polizei der Fall klar: Die Schweizerin wurde ermordet.
Bereits kurz nach ihrem letzten E-Mail trifft Annagreth Würgler unterwegs Fremdenführer Walter Miguel Narváez. Er bringt sie zu einem Campingplatz.
Von der Touristin erzählt er seinem Chef Alcides Cuevas (41), einem Hotelier. Die Polizei nimmt an, dass Cuevas die junge Frau ins Hotel lockte – sie vergewaltigte und erschoss. Narváez half ihm.
Zeugen gibt es keine. Niemand wagt es auszusagen. Hotelier Cuevas ist ein wichtiger Arbeitgeber.
Doch es gibt Indizien: In Cuevas Chevrolet lag eine schwarze Velofahrer-Socke – von Annagreth. Und unter dem Beifahrersitz fand man einen Blutfleck und Patronenhülsen.
Cuevas und Narváez werden angeklagt. Auch die Besitzer des Campingplatzes. Sie sollen den Mord vertuscht haben. In ihrem Garten war Annagreths Sackmesser vergraben.
Zigmal wurde der Prozess verschoben. Am Freitag soll er nun beginnen. Die Schweizer Botschaft schickt einen Beobachter.
Ausgerechnet jetzt präsentiert die Verteidigung eine neue Zeugin. Diese schwört, sie habe Annagreth Tage nach ihrem Verschwinden in einer anderen Stadt gesehen.
Die Zeugin bringt die Anklage ins Wanken.
Vor drei Jahren verschwand Annagreth Würgler (28) in Argentinien.- RDB