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Wollte nebst seinem Adels- auch noch einen Doktor-Titel: Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg. (key)
Die Nachricht hat sich gestern wie ein Lauffeuer verbreitet. Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg hat für seine Doktorarbeit bei anderen Autoren geklaut. Auch bei zwei Schweizerinnen: Ex-SP-Nationalrätin Gret Haller und Journalistin Klara Obermüller.
Von acht Stellen war zunächst die Rede. Innert kürzester Zeit haben jetzt Blogger im Internet die Arbeit des Verteidigungsministers auf weitere geklaute Zitate untersucht.
Das Resultat ist vernichtend. Im Minutentakt tauchen neue Textabschnitte auf, die der Freiherr ohne Quellenangabe in seine Doktorarbeit kopierte. Sogar in einem Reiseführer hat sich der «Doktor» der Rechtswissenschaft bedient: Aus «Wildniswandern in Kanada und Alaska: Zu Fuss und im Kanu» hat er gleich ganze Abschnitte «übernommen».
Peinlich: Teilweise hat Guttenberg sogar Tippfehler kopiert. Um den Überblick über den Wust an geklauten Zitaten zu behalten, haben sich jetzt mehrere Plagiats-Jäger im Internet zusammen getan. In einem gemeinsamen Dokument werden fortlaufend neue Fundstücke aufgeführt – lesenswert!
Bei der Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig, hat Guttenberg grosse Abschnitte für die Einleitung seiner mit Höchstnote ausgezeichneten Arbeit übernommen. «Das muss zur Aberkennung des Doktortitels führen», sagt sie dazu in der «Welt».
Der Freiherr selbst ist gestern übrigens überraschend zu einem Truppenbesuch nach Afghanistan aufgebrochen. Darüber, wie viel in seiner Doktorarbeit bei seiner Rückkehr noch als sein eigenes Werk gelten darf, kann im Netz fröhlich spekuliert werden.