Netflix, Twitter, WhatsApp Hacker legen Hunderte Web-Dienste lahm

Eine Hacker-Attacke in den USA hat am Freitag zwischenzeitlich zahlreiche beliebte Internetdienste lahmgelegt. Auch Schweizer Websites waren betroffen.

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Millionen von Internetnutzer hatten am Freitag Mühe, ihre Lieblings-Websites zu erreichen. Dahinter steckt eine Hacker-Attacke in den USA. Sie hat zeitweise Hunderte von Internet-Angeboten lahmgelegt. Unter den betroffenen Diensten waren Twitter, Spotify, Netflix, Amazon, Reddit, Paypal aber auch Nachrichten-Seiten wie die «New York Times» oder CNN.

Grund sind mehrere sogenannte Denial-of-Service-Angriffe (DDOS) auf den Internetanbieter Dyn. Dyn ist eines der wenigen Unternehmen, die man als «Internet-Adressbücher» bezeichnen kann. Sie führen Internet-User via Web-Adressen wie www.blick.ch zur richtigen Website. Liegt nun ein solches Adressbuch lahm, ist Millionen von Usern der Weg zum gewünschten Dienst versperrt.

Offenbar war auch WhatsApp betroffen. Der Dienst Downdetector hat am Freitagabend im Minutentakt Störungsmeldungen von Usern aus aller Welt registriert. Auch das Schweizer Gegenstück allestörungen.ch verzeichnete bis 22.30 Uhr Dutzende Beschwerden. Eine Störungs-Karte zeigt Ausfälle vor allem in den USA und Europa, aber auch in Asien.

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Normale Text-Nachrichten scheinen weitgehend funktioniert zu haben. Jedoch beklagten unzählige Benutzer Probleme beim Verschicken und Empfangen von Bildern und anderen Medien. Auch der Web-Dienst von WhatsApp lief bei vielen nicht.

Auch in der Schweiz spürbar

Die Attacke fand zwar auf einen US-Dienst statt, die Auswirkungen sind aber auch bei Schweizer Websites spürbar. «Es ist gut möglich, dass es zu Kettenreaktionen kommt», sagt Marc Ruef, IT-Spezialist und Mitinhaber von Scip AG. «Etwa, wenn eine hiesige Website Elemente eines betroffenen Dienstes wie Twitter eingebunden hat».

Die Swisscom vermeldete eine schweizweite Störung: Das Internet sei beeinträchtigt und vereinzelte Webseiten liessen sich nur mit Verzögerungen aufrufen. Ob der Fall etwas mit der Hacker-Attacke zu tun hat, ist nicht bekannt.

Das DNS-System, auf dem die Internet-Adressen basieren, stammt aus den Achtzigerjahren. Gemäss Ruef ist es fragil: «Es lässt sich einfach überfluten.» Eine DDOS-Attacke kann theoretisch von einer Einzelperson durchgeführt werden. Das einzige, was man braucht ist ein starkes Bot-Netz – und das lässt sich im Darknet relativ günstig mieten.

US-Ministerium ermittelt

Bei einem solchen Angriff bringen Hacker einen Internetdienst durch massenhafte Anfragen zum Zusammenbruch. Die Störungen betrafen Dyn zufolge hauptsächlich die US-Ostküste, jedoch gibt es auch aus Europa zahlreiche Störungsmeldungen.

Gemäss Dyn fand eine erste Attacke um 7 Uhr morgens US-Ortszeit statt (bei uns kurz nach Mittag). Nach rund zwei Stunden schien alles wieder in Ordnung – da schlug eine zweite Welle ein. Die Auswirkungen davon sind noch immer zu spüren.

Die Grösse des Angriffs ruft auch das Weisse Haus auf den Plan: Das Ministerium für Innere Sicherheit überprüft nun den Fall, teilte ein Sprecher mit.

Publiziert am 21.10.2016 | Aktualisiert am 06.12.2016
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7 Kommentare
  • Daniela  Ponti 22.10.2016
    Mein Problem: ich bin ein PC-Dummie, ich bin nicht doof, aber ich komme einfach nicht mehr nach mit App und Co., ich verstehe oft die Konsequenzen nicht. Es gibt viel zu wenig Support für Menschen wie mich. Ich benutze Paypal und kaufe bei Amazon ein, ich habe ernsthafte Bedenken das weiter zu tun und fürchte mich vor der Online-Zukunft.
    • neuffer  igor aus Zürich
      22.10.2016
      DNS-Server übersetzung bloss die Domain (www.blick.ch) in eine IP-Adresse (192.168.0.1) um damit vereinfacht einen Server erreichen zu können. Und diese "Hacker" haben einfach diese Rechner massiv überlastet. Hat überhaupt nichts mit einem Risiko für den Benutzer zu tun. Das ist ungefähr, wie wenn jemand den Portier einer grossen Tiefgarage ablenkt und dieser die Anlage nicht mehr bedienen kann.
  • Somboon  Saleoff aus Koh Samui Suratani
    21.10.2016
    Ja - was wohl ist das Problem im Internet? Wenn man davon ausgeht das wie bei vielen, über 400 Applikationen auf einem Smartphone installierten sind, heißt das dass pro Tag über 10 Updates kommen , und so kann die Sicherheit spielend umgangen werden.
    Es ist das ewige Spiel mit den Permissions welch ein OS an den Rand der möglichen Security bringen, das gleiche bei PCs und Setup-Boxes.
    Weil die User auf die Funktionen einer Applikation geil sind, bewilligen sie diese meist auch gedankenlos.
    •   21.10.2016
      Eine DDoS Attacke generiert einen Serverausfall und hat nichts mit der Sicherheit einer App zu tun. Eine solche Attacke ist lediglich zur Sabotage da; man kann zum Beispiel damit keine Daten stehlen. DDoS Attacken werden aber gerne zur Ablenkung benutzt.
      Ausserdem erhöht die Befugniskontrolle von Applikationen sogar die Sicherheit für den Nutzer.
      Wer gedankenlos alles bewilligt, geht freiwillig ein Risiko ein. Es verlangt gesunden Menschenverstand (wie auch bei Verträgen oder Downloads).
    • Mike  Studer 22.10.2016
      @Valerie Burgener: Was er meint ist, dass sich Smartphones bzw. entsprechende Apps ebenso an DDoS Attacken beteiligen können. Und da in der Regel das Sicherheitsdenken der User bei Smartphones nicht grad sehr hoch ist, ist die Wahrscheinleichkeit, dass man sich ein infiziertes Teil via Update einholt, relativ hoch.
    • Heinz  Manhart aus Cainta
      22.10.2016
      Richtig Herrr Burgener, wenn ich ein Flashling app installiere, mit dem ich lediglich die LED ein und ausschalten will und diese app will eine Bewilligung für den Zugriff zu meinem Addressbuch, Internet Anschluss, Camera, Sytstem setting und anderes werde ich ein wenig stutzig.
  • Thomas  Zürcher 21.10.2016
    Cyber-Attacken wird es in Zukunft immer mehr geben.Solche Hackerangriffe zeigen wieder einmal wie anfällig große Computernetze für Attacken von Spezialisten sind.Die wirtschaftlichen Schäden werden immer grösser.Cybercrime ist der Preis des Fortschritts.