Griechenland am Anschlag 14'000 Flüchtlinge an der Grenze gestrandet

IDOMENI - Weil Mazedonien nur 300 Flüchtlinge pro Tag die Grenze überqueren lässt, ist die griechische Grenzstadt Idomeni für Tausende Menschen zur vorläufigen Endstation auf ihrer Flucht geworden. 14'000 Menschen sind bereits gestrandet.

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Der Hilferuf ist auf ein weisses Zelt gesprayt. «Help us! It's cold», steht auf der dünnen Plane, vor der eine Frau kauert. «Open the Borders», ist auf einem Zelt wenige Meter davon entfernt zu lesen.

14'000 Flüchtlinge sind im griechischen Dorf Idomeni an der Grenze zu Mazedonien gestrandet. Die Zeltstadt vor dem Grenzzaun erinnere an ein Musikfestival, schreibt das Hilfswerk Médecins sans Frontières auf Twitter – «das schlimmste Musikfestival der Welt». Denn: «Niemand hier hat ein sicheres, warmes Zuhause, in das er zurückkehren kann.»

Bisher erhalten die auf der Flucht Gestrandeten nur von privaten Organisationen medizinische Hilfe. Erkältungen und Atemwegserkrankungen sind gerade bei Kindern häufig. Der Gouverneur der Region, Apostolos Tzitzikostas, hat die Regierung aufgefordert, den Notstand für die Grenzregion auszurufen.

Athen kündigt Gesundheitszentrum an

Diese hat nun angekündigt, zu handeln. Ein Gesundheitszentrum ist geplant für die Tausenden von Flüchtlingen, die darauf warten, über die Grenze gelassen zu werden und ihre Reise Richtung über die Balkanroute Richtung Westeuropa fortzusetzen. Die Einrichtung soll bis zum 9. März einsatzfähig sein, hiess es in Athen.

Seit Mazedonien kaum noch Flüchtlinge aus Griechenland passieren lässt, verschlechtert sich nebst der humanitären Lage an der Grenze auch die onehin seit langem gespannten bilateralen Beziehungen. Das griechische Aussenministerium habe Mazedonien vor schweren Folgen für die Beziehungen gewarnt, hiess es in Regierungskreisen in Athen. Welche das sein könnten, blieb offen.

Schulz fordert Nachsehen mit Griechenland

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz will Griechenland wegen der Flüchtlingskrise derweil entgegenkommen. «Athen muss unter Umständen mehr Zeit bei der Erreichung der Reformziele bekommen», sagte er dem «Tagesspiegel am Sonntag».

Brennpunkt in Griechenlands Norden: Idomeni liegt an der Grenze zu Mazedonien. play
Brennpunkt in Griechenlands Norden: Idomeni liegt an der Grenze zu Mazedonien. GoogleMaps

Griechenland, das im Gegenzug für weitere Milliarden-Hilfen der internationalen Geldgeber Reformen und Sparmassnahmen zusagen musste, sei in der Flüchtlingskrise stärker betroffen als jeder andere EU-Staat. Dies führe zu Haushaltsproblemen, «und folglich müssen wir uns bei der Anwendung der Defizitkriterien flexibel zeigen».

Mit Blick auf den von der EU-Kommission für Griechenland und andere EU-Staaten vorgeschlagenen Nothilfefonds in Höhe von 700 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre sagte Schulz: «Das reicht ganz sicher nicht aus.»

Weitere Flüchtlings-Gipfel finden statt

Mit einem Doppelgipfel will die EU morgen in der Flüchtlingskrise Fortschritte erzielen. Bei einem Sondertreffen mit der Türkei geht es zunächst um die Umsetzung eines gemeinsamen Aktionsplans von November. Bei einem weiteren Treffen stellen die EU-Staats- und Regierungschefs die Strategie in der Flüchtlingskrise auf den Prüfstand.

Zudem beraten am Montag die Finanzminister der Eurozone über die Lage in Griechenland. Thema ist die Überprüfung der Reformfortschritte innerhalb des im Sommer vereinbarten dritten Hilfsprogramms. Der Abschluss der Überprüfung verzögerte sich bereits mehrfach, weil Athen noch nicht alle geforderten Massnahmen umsetzte. (SDA/lha)

Publiziert am 06.03.2016 | Aktualisiert am 08.03.2016
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  • Jenkins  Roy aus Geneve
    06.03.2016
    Man kann doch nicht den ganzen akrikanischen Kontigent Afrika Afganisthan Syrien aufnehmen. Es ist ein Schrecken ohne Ende. Es gint kein Land auf der Erde, das jedes Jahr Wirtschaftsemigranten aufnehmen kann. Wer das Gegenteil behauptet ist ein Linkspopulist
    der den Zweck hat das Chaos herbeizuführen das bereits besteht.
    Höchsten sind es nur 10 Prozent davon echte Flüchtlinge, die aber auch nur
    ins nahe gelegenen Land fliehen dürften. Auf keinen Fall dürfen Sie
    bestimmen nach Deutschland
  • Boris  Kerzenmacher 06.03.2016
    Ob nun Schweden, Österreich, Deutschland oder die Schweiz: Ein langsamerer Zustrom ist immer noch ein Zustrom, auch wenn der Punkt der absoluten Überforderung etwas später erreicht wird, sprich der Schrecken ohne Ende sich etwas länger hinzieht.
    Es wird aber nicht gehen ohne das Ende mit Schrecken, also die klare Feststellung, dass niemand mehr aufgenommen werden kann, und dass der politische Wille besteht, diese Weigerung auch mit harten Massnahmen durchzusetzen.
  • s  z aus Zürich
    06.03.2016
    Es wird nur eine Lösung geben. Schengen schützen und Schengenaussengrenzen schliessen. Spanien macht das seit Jahrzehnten. Die EU muss den Griechen helfen die Grenzen zu schliessen. Wir können dann immer noch geziehlt den Flüchtenden vorort und kontrolliert helfen. Einreisen ohne Pass, Fingerabdruck und Irisscan zu zulassen von der EU ist ziemlich blöd aber passt zur Leistung der EU Funktionäre.
    • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
      06.03.2016
      Herr Huber, Ihre Worte tönen auf dem Papier überzeugend, nur gibt es dabei ein grosses Problem. Wie wollen Sie die Grenzen im Mittelmeer zu Italien und Griechenland schliessen? Mit einer grossen Mauer? Mit einem Schiffsverbot für Flüchtlinge? Andere Mittel? Wer bezahlt das? Fakt ist, dass wegen Schengen allein natürliche Grenzen in der Natur wie Wasser, Berge etc. kaum geschlossen werden können... Aber natürlich ist die EU auch an diesen nicht sicherbaren Grenzen schuld.....
    • s  z aus Zürich
      06.03.2016
      @Rietmann, Als ich vor 12 Monaten mit meiner Nussschale von Tunesien gekommen bin, wurde ich 40km vor Pantelleria abgefangen und kontrolliert. Das Meer ist einfach und übersichtlich zu kontrollieren, nur muss die Kontrolle umgesetzt werden und die Leute zurück gebracht werden wie in Australien. Ein Rechtstaat erkennen wir daran, dass er sich schützen kann und seine Gesetze und innere Sicherheit im Griff hat. Danach kann auf nicht chaotischem Weg geholfen werden.
  • Daniel  Evans 06.03.2016
    Und Griechenland hat kein einziges Schiff um die 95 Prozent ohne Berechtigte Gründe, wieder zurückzuschiffen??
    • Simone  Volande aus Zürich
      06.03.2016
      Gratuliere ganz herzlich, Dölf H. wär ausserordentlich auf diese völkerrechtswidrige und im übrigen noch von einer ziemlichen Beschränktheit zeugenden Idee. Leuten die sowas schreiben sollte man das Internet wegnehmen.
    • Felix  Kübler aus Schlieren
      06.03.2016
      @Simone Volande
      1. was der Satz mit Dölf H. sagen soll ist mir nicht klar, offensichtlich ist die Wut grösser
      2. SIE wollen D.Evans das Internet wegnehmen - IHRE Meinung ist die EINZIGE - war dies nicht beim zitierten Dölf auch der Fall ?!
    • willi  weber 06.03.2016
      Frau Volande, wer sagt denn eigentlich, dass Europa das Problem in Syrien lösen muss? Gibts irgendein Gesetz, dass Europa das machen muss, während die andern alle zuschauen dürfen? Ich finde es ein bisschen gar daneben, dass ein paar Linksextreme hier alle noch Normaldenkenden als Rassisten und Nazis beschimpfen dürfen. Helfen ist gut, aber nur kontrolliert. Es kann nicht sein, dass hier jeder Terrorist als Trittbrettfahrer einfach reinspazieren kann.
  • Simone  Volande aus Zürich
    06.03.2016
    Die Grenzen müssen fallen und Schiffe geschickt werden. Was derzeit ums Mittelmeer geschieht, ist unterlassene Hilfeleistung und wird als Völkermord in die Geschichte eingehen. Und wir waren alle Teil davon.
    • willi  weber 06.03.2016
      Es kann trotz der Tragödie nicht sein, dass die Flüchtlinge einfach wählen können, wohin sie wollen. Jeder dort will jetzt einfach nach Deutschland und das soll so funktionieren? Das ist seit Beginn absehbar, dass das nicht geht.
    • s  z aus Zürich
      06.03.2016
      Sorry, aber ihre Idee ist etwas naiv! Da sind Millionen unterwegs und der grösste Teil mit einer Kultur und Religion welche schwer oder besser gesagt nicht integrierbar ist. Sie schlagen den Selbstmord von Europa und der Schweiz vor. Die Menschenrechte mit dem heutigen Verständniss müssen wegen dem agresiv imperialistischem Islam angepasst werden. Keine Religion steht über unserem Gesetz.
    • Roger  Horber 06.03.2016
      Wenn Sie das so sehen, können Sie sich jederzeit in ein Flugzeug setzen und da unten ihren Beitrag leisten. Meinen Segen haben Sie. Und jeder Wirtschaftsflüchtling dort wird es Ihnen danken....
      Der vernünftige Teil von Europa wird sich hingegen weiter Gedanken machen müssen, wie wir aus dem Schlamassel wieder raus kommen ohne dass der Kontinent weiter in den Abgrund gezogen wird.
    • jürg  frey aus teufen
      06.03.2016
      Willi Weber sagt das Entscheidende: Europa ist kein Ponyhof und auch nicht Wunschkonzert. Denn wenn der Verteilschlüssel funktionieren soll, dann geht es nicht mit: Wir wollen alle nach Germany.