Lech Walesa: «Gorbatschow wollte die Mauer nicht stürzen»

  • Aktualisiert am 03.01.2012
Michail Gorbatschow und Lech Walesa heute in Berlin.- Reuters

BERLIN – Lech Walesa sorgt am Rande der Mauerfall-Feier für Aufsehen. Er stellte die Rolle von Michail Gorbatschow in Frage.

Der frühere polnische Regimegegner Lech Walesa hat die Verdienste des damaligen sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow beim Umbruch in Europa und beim Mauerfall in Frage gestellt.

«Spass beiseite, Gorbatschow wollte weder den Kommunismus noch die Mauer stürzen», sagte Walesa heute dem polnischen TV-Sender TVN24. Das sei eine Lüge, betonte Walesa, der 1980 die erste freie Gewerkschaft im damaligen Ostblock, «Solidarnosc», gründete, die massgeblichen Anteil am Zusammenbruch des Kommunismus hatte.

Wenn solche Menschen glorifiziert würden, «dann bauen wir Europa und die neue Wirklichkeit auf der Lüge auf», sagte Walesa. Für ihn hätten Papst Johannes Paul II. zu 50 Prozent und die von ihm geführte «Solidarnosc» zu 30 Prozent zur Überwindung der Mauer beigetragen.

Der Anteil der übrigen Welt betrage weniger als 20 Prozent. «Das ist die Wahrheit über jene Tage», sagte Walesa dem TVN24. (SDA)

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