«Glückspiel» und «Teufelswerk» Mufti verbietet Muslimen das Schachspielen

Schach ist nach Ansicht des höchsten muslimischen Geistlichen Saudi-Arabiens «ein Werk des Teufels» und im Islam verboten. Scheich Abdelasis al-Scheich erliess eine entsprechende Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten.

Der Grossmuffti Scheich Abdul Aziz al-Sheikh im Jahr 2009. Heute erteilte er in einem Saudi-TV-Sender eine ilamische Rechtsauskunft, nachder er der Ansicht ist, dass das Schachspielen im Islam dem Glückspiel gleichzusetzen und demnach verboten sei. play

Der Grossmuffti Scheich Abdul Aziz al-Sheikh im Jahr 2009. Heute erteilte er in einem Saudi-TV-Sender eine ilamische Rechtsauskunft, nachder er der Ansicht ist, dass das Schachspielen im Islam dem Glückspiel gleichzusetzen und demnach verboten sei.

Keystone

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Schachspielen sei Zeit- und Geldverschwendung und führe zu Streit zwischen Menschen. «Schach ist wie Alkohol und Glücksspiel, was Gott verboten hat», antwortete er auf eine Publikumsfrage in einem Religionssender. Der Grossmufti verbietet gläubigen Muslimen damit faktisch das Schachspiel. Al al-Sheikh begründete seine Fatwa damit, dass Schach süchtig machen könnte. Die Spieler könnten ihre Gebete vergessen, wenn sie zu fest ins Spiel vertieft sind.

Ein Ausschnitt der Sendung wurde bereits im Dezember bei Youtube veröffentlicht. Grosse Bekanntheit hat der Auftritt des Grossmuftis aber erst jetzt erlangt, weil heute ausgerechnet in Mekka ein Schachturnier beginnt, schreibt der Spiegel.

Schachturnier in Mekka findet dennoch statt

Das strenggläubige Königreich Saudi-Arabien folgt dem Wahhabismus, einer besonders strengen Auslegung des Islams. Die Fatwa löste in sozialen Medien eine hitzige Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern aus. Muslime spielen seit rund 1400 Jahren Schach. Das Spiel wurde in Persien erfunden. Schach ist ein beliebter Zeitvertreib in arabischen Ländern.

Vom saudischen Schachverband gab es bislang keine Reaktion. Die Organisatoren wollen das Schachturnier in Mekka trotz der Fatwa durchführen. Derzeit ist unklar, ob die Religionspolizei das Verbot des Grossmuftis durchsetzen will. Auch in Saudi-Arabien sind Fatwas keine Gesetze, sondern gelten als religiöse Gutachten, die Gläubigen eine allgemeine Handlungsempfehlung liefern sollen. (ct/SDA)

Publiziert am 22.01.2016 | Aktualisiert am 22.01.2016
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19 Kommentare
  • Mike  Müller aus Zürich
    23.01.2016
    Schach, ein Spiel für schlaue Menschen mit Weitblick und strategischem Denken. Das ist ihm vermutlich zu hoch. Oder ist es, weil die DAME neben dem König die wichtigste Figur ist und alle schlagen kann......?!? ;-/
  • Hanspeter  Niederer 23.01.2016
    Das wird aber all die Schach-Grossmeister traurig machen, wenn sie erfahren, dass Schach ein Glücksspiel ist ....
  • Jane  Blond 23.01.2016
    Was er nicht kann weil er zu doof ist, darf auch kein anderer. Er macht den Islam lächerlich.
  • Edi  Rey aus Romanshorn
    23.01.2016
    Da gäbe es nur eine wirksame Waffe, nämlich ein massenhaftes Gelächter der Gläubigen. Aber Lachen ist doch auch verboten oder nicht? Uebrigens begegnet man dem "Teufelswerk" und dem "Geruch Satans" auch häufig auf ultrakonservativen katholischen Websites.
  • Rolf  Hess 23.01.2016
    Das beweist doch einmal mehr, dass der Glaube hinter dem Wissen steht und die Religion einfach nur Volksverdummung, die zur Ausübung der Macht dient. Dass war bei den Christen nicht anders. Man erinnere sich doch an die Hexenverbrennungen im Namen Gottes. Nur haben sich einige Religionen durch Vernunft der Menschen verändert. Die anderen, die vor tausenden von Jahren stehen geblieben sind, werden immer noch missbraucht, um die Macht in voller Härte zu zelebrieren. Ich aber glaube, freiwillig!
    • Ulrich  Utiger 23.01.2016
      Ihrem Kommentar kann man entnehmen, dass Ihr Wissen auch irgendwo stehen geblieben ist. Denn sonst wüssten Sie, dass Christen die Wissenschaft entscheidend vorangetrieben haben. Beispiele: Isaac Newton war tiefgläubiger Christ; Georges Lemaître, ein katholischer Priester, hat den Big Bang theoretisch begründet, noch vor Einstein, der auch an Gott glaubte.
    • Rocky  Stall aus Wiesendangen
      23.01.2016
      Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun - Hexenverbrennung und Inquisition fanden ca. 1000 - 1200 statt. Wann haben Newton und Lemaitre gelebt?? Ja, rund 700 bis 800 Jahre später.
    • Jane  Blond 23.01.2016
      @Ulrich Utiger: Da haben Sie was falsch verstanden. Meiner Meinung nach geht es im Kommentar von Rolf Hess nicht um Wissenschaftler, sondern um Wissen und Glauben. Glauben heissst laut Duden "Nicht wissen". Es gibt in überall kluge Köpfe. Als die Araber bereits Astronomen, Mathematiker, usw. waren, stecketen die Christen noch im Mittelalter. Was glauben Sie, woher unsere Zahlen kommen? Ja genau - wir rechnen mit arabischen Zahlen. Hört endlich auf mit schwarz und weiss - lebt bunt ;-
    • Walter  Vetter , via Facebook 23.01.2016
      Herr Utiger: Glauben heisst nicht wissen. Und übrigens, die Wissenschaft gab es tausende Jahre bevor die Religionen erfunden wurden.
    • Daniel  Leuenberger aus Chisinau
      23.01.2016
      @Utiger: Einstein soll an Gott geglaubt haben ? na dann sollten Sie mal seine Bücher erneut durchlesen. Er ist dem Thema sehr geziehlt und geschickt aus dem Weg gegangen. Stephen Hawking ist da schon ein wenig deutlicher... Und bezüglich Sir Isaac Newton - klar war er Christ, weil jeder Christ sein oder Bestrafung fürchten musste! Newton hat viele Studien im Bereich Okkultismus durchgeführt, er schwamm gegen die damalige Zeit und sein Name erscheint als Mitglied geheimer Logen Freimaurer, usw.
    • Ulrich  Utiger 23.01.2016
      Glaube hat sehr wohl mit Wissen zu tun und ist nicht auf Religion beschränkt. Auch Atheisten glauben, nämlich dass es keinen Gott gibt. Glaube an etwas ist auch die Triebfeder jeder Forschung. Bevor man eine Theorie etablieren kann, muss man an sie glauben. Hätte man diesen Glauben nicht, würde man gar nicht erst versuchen, sie zu beweisen. Etwas anderes ist Hass. Der macht blind und raubt einem den Verstand, was in diesen Kommentaren deutlich zum Ausdruck kommt.