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Der Einsatz der verbotenen Chemikalie Melamin (siehe Kasten) scheint in Chinas Milchindustrie weit verbreitet zu sein. Mindestens 22 Produzenten hätten damit ihr Milchpulver gepanscht, berichtete der Leiter der staatlichen Qualitätsaufsicht, Li Changjiang.
1327 von mittlerweile 6244 erkrankten Kleinkindern befinden sich wegen giftiger Milchprodukte im Spital. Das teilte Gesundheitsminister Chen Zhu heute mit.
Erste Händler verhaftet
Eine Armada von 5000 Inspektoren stellt die chinesische Milchindustrie auf den Kopf: Bei 109 Produzenten wurden Stichproben genommen. 14 Prozent oder 69 Lieferungen von 491 getesteten Fertigungsreihen wurden beanstandet.
Vier geständige Milchhändler wurden verhaftet. Ausser dem führenden Hersteller Sanlu sind auch bekannte Markennamen wie Mengniu, Yili, Yashili oder die Shanghaier Bright Dairy betroffen.
Der wochenlang vertuschte Skandal hat auch erste personelle Konsequenzen: So musste beispielsweise die Vorstandsvorsitzende von Sanlu – deren Produkte sind besonderst stark mit Melamin belastet – den Hut nehmen.
Gift-Milch exportiert
Die Unternehmen Yashili und Qingdao Suokang hätten ihre Milchpulver-Produkte in Länder wie Bangladesch, Jemen, Birma, Burundi und Gabon exportiert, berichtete Qualitätschef Changjiang. Diese Produkte würden zurückgezogen. (SDA/dip)
Nierenstein: Eine Pflegerin eines Spitals in Shijiazhuang untersucht ein Giftmilch-Opfer.- AP