Sintflut und Stürme Gibt es immer mehr Wetter-Katastrophen?

  • Publiziert: 05.02.2011, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Georg Nopper

Kaum hat das Jahr begonnen, suchen die Welt schon mehrere Katastrophen heim. Blick.ch fragte bei Wissenschaftlern nach, ob das jetzt immer schlimmer wird.

Killer-Flut und Wirbelsturm in Australien, verheerende Überschwemmungen in Deutschland und Brasilien. Spielt die Natur verrückt? Denkt man an die schlimmen Ereignisse zu Beginn dieses Jahres, gewinnt man leicht den Eindruck, die Naturkatastrophen würden immer zahlreicher und heftiger.

Auch 2010 und in den zehn bis 20 Jahren davor passierten zahlreiche schwerwiegende Wetter-Desaster: Sturm Lothar, der 1999 Tod und Verwüstung über die Schweiz brachte, Hurrikan Katrina 2005 an der Ostküste der USA, die Jahrhundert-Überschwemmung im letzten Jahr in Pakistan.

Mehr Menschen, mehr Häuser – höhere Schäden

Wird das Wetter immer extremer? Olivia Romppainen-Martius (33), Klimaforscherin an der Universität Bern, sagt gegenüber Blick.ch: «Es ist vordergründig so, dass nicht nur die Anzahl der katastrophalen Stürme und Überschwemmungen zunimmt, sondern auch die Höhe der Schäden.» Dies geht aus Zahlen wie beispielsweise der alljährlich erscheinenden Katastrophen-Statistik der Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft hervor.

Diese Angaben seien jedoch mit Vorsicht zu geniessen, sagt Romppainen-Martius. «Denn zum Beispiel in Florida, wo immer wieder schlimme Hurricanes wüten, gibt es immer mehr Menschen und Häuser. Entsprechend steigt natürlich auch die Schadenshöhe.» Mit der Heftigkeit des Sturmes müsse das nicht zwingend etwas zu tun haben.

Daten häufig unvollständig

Umwelthistoriker Christian Pfister (67) von der Universität Bern weist auf eine weitere Herausforderung für die Wissenschaft hin: «Um eine Zunahme von Überschwemmungen oder Stürmen eindeutig feststellen zu können, muss man mehrere Hundert Jahre zurückschauen. Für Länder wie Pakistan oder Australien fehlen entsprechende Aufzeichnungen.»

Jahrhundertstürme wie zum Beispiel Lothar seien zudem so selten, dass sich keinerlei Tendenz feststellen lasse. Pfister: «Für eine historische Langzeituntersuchung der schweren Katastrophen im Weltmassstab fehlen die Daten und die Mittel.»

Deutliche Hinweise auf Einfluss des Menschen

Und was spielt der Mensch für eine Rolle bei der Entwicklung des Klimas? Ist er gar verantwortlich für dramatische Veränderungen auf der ganzen Welt? Reto Knutti (37), Klimaforscher an der ETH Zürich, sagt dazu: «Es gibt immer deutlichere Hinweise für einen menschlichen Einfluss auf extreme Wetter-Ereignisse. Aber weil extreme Ereignisse selten sind, und weil die Prozesse komplex sind, ist der Zusammenhang noch nicht ganz gesichert.»

Trotz all dieser Schwierigkeiten in der Klimaforschung gibt es für Wissenschaftlerin Romppainen-Martius einen «Hinweis», dass Sturm- und Überschwemmungskatastrophen tatsächlich zunehmen. «Denn während Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis in den letzten 30 Jahren nicht zugenommen haben, ist die Anzahl der meteorologischen Katastrophen gestiegen.» Dies lege die Vermutung nahe, dass die Klimaerwärmung zu einer Häufung von Wetter-Katastrophen führe.

Laut ETH-Forscher Knutti gibt es weltweit mehr Hitzewellen und eine «Verstärkung des Wasserkreislaufs». «Hier ist der Einfluss des Menschen eindeutig.» Dass dies auch eine Häufung von Stürmen und Überschwemmungen zur Folge habe, werde vermutet, sei aber noch nicht zu hundert Prozent gesichert.

Verantwortung, zu handeln

Theologin Sibylle Ackermann (35) von der Universität Fribourg nimmt den Menschen trotz dieser Rest-Unsicherheit in die Pflicht: «Je mehr wir die Zusammenhänge verstehen, desto grösser ist unsere Verantwortung, entsprechend zu handeln», sagt die Ethik-Spezialistin. Die Energiezukunft müsse daher umweltverträglich geplant werden. Ackermann: «Für mich ist klar, dass der Mensch mitverantwortlich ist für die Klimaveränderung.»

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Alle Kommentare (13)

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    Meine grösste Angst ist NICHT das Klima oder Weltuntergang,sondern die Geschwindigkeit der Verblödung der Menschen.
    Die Klimaerwärmung ist eine Erfindung der IPCC (Saftladen der UNO)
    Die grösste Erfindung des Jahrhunderts ist Wikileaks,es ist eine Frage der Zeit,wird auch der dümmste Bürger merken, dass es nur um Geldabzocken geht.Die Oelmultis und Al-Gore verdienen ihr Geld nun hauptsächlich mit dem cap of trade und die immer Grünen merken dies nicht einmal.Darum: ERTRAGE DIE CLOWNS
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    Die sogenannten Klimawissenschafter sind Stümper die von der Politik gekidnappt wurden!
    Wikileaks hat den Betrug der CRU von Phil Jones aufgedeckt.Das Publikum wird eher die einfache Lüge als die komplizierte Wahrheit glauben.John Houghton Vize President der IPCC:
    wenn wir in Zukunft gute Umweltpolitik haben wollen,dann müssen wir schrecken einjagen.Jeder Forscher von uns muss entscheiden,wie weit er eher ehrlich oder effektiv sein will.Angst ist ein Machtinstrument!
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    @ andreas schmid---ich habe ja nichts gegen die bibel---aber bitte WAS hat die mit den wetterkatastrophen zu tun? ich geniesse lieber dieses jetzige traumwetter als rum zu studieren was noch alles passieren könnte.schönä abä und nimm doch einfach jeden tag so wie er ist und kommt.lebe im JETZT,denn du (wir) wissen ja nicht,was morgen ist und passieren kann oder wird!
    • 05.02.2011
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    Die Schweiz ist ein übertriebenes
    Vorbild.
    Schauen Sie mal was in Thailand ab geht.Umweltschutz intressiert hier keinen.Hong Kong das selbe.
    Russland ganz schlimm und von China gar nicht zu sprechen.
    Aber muss man in der Schweiz ein servicegepflegtes Auto vorführen! Wehe es hat einen Oeltropfen dann kann man gleich wieder gehen. Auch die tollen Zweitaktmotor Rasenmäher, Laubbläser und vieles mehr.In der Schweiz gibt es viel zu viele unsinnige Paragrafen.
    Hurra die grünen erfinden immer blöderes.Ja aber Jauche wird heute noch ausgefahren.
    Plumpsklosett gibts auch in der Schweiz noch.Ja selbst nicht alle toten werden kremmiert, nein immer noch beerdiget.
    Die Schweiz kann die Welt nicht retten. Die USA intressiert den Umweltschutz auch nicht.
    • 05.02.2011
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    Die Theologin weist auf das Verstehen der Zusammenhänge hin. Der wichtigste Zusammenhang ist die Menge der Menschen. Es wird allen Menschen sofort klar, dass weniger Menschen auf der Erde weniger Probleme verursachen. Also Wissenschaftler, TheologInnen und Politiker sowie alle einflussteichen Menschen kämpft gegen die Bevölkerungsexplosion und alle Umwelt-, Ernährungs-, Arbeits- und Gewaltprobleme können so angegangen/gelöst werden.
    • 05.02.2011
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