Gesundheit Rauchen kostet Weltwirtschaft eine Billion Franken im Jahr

Genf – Rauchen schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Wirtschaft. Eine Billion Franken kostet der Tabakkonsum die Weltwirtschaft pro Jahr, wie aus einer neuen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Nationalen Krebsinstitut der USA hervorgeht.

Gesundheitskosten: Rauchen kostet Weltwirtschaft jährlich Unsummen play
Rauchen ist nicht nur schädlich für die Gesundheit, sondern führt auch zu immensen Kosten für die Weltwirtschaft. (Symbolbild) KEYSTONE/AP/MICHAEL SOHN

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Dabei haben die Experten sowohl die Behandlung raucherspezifischer Krankheiten als auch die entgangene Produktivität durch Arbeitsausfälle berücksichtigt, wie die Organisationen am Dienstag in Genf mitteilten. Zum Vergleich: Die Summe entspricht etwa dem Wert von 50 Millionen Mittelklasse-Autos.

Die WHO schätzt die Zahl der Raucher weltweit auf 1,1 Milliarden - gut 20 Prozent der Weltbevölkerung über 15 Jahre. Dazu kommen etwa 346 Millionen Menschen, die Tabak überwiegend kauen. Rund sechs Millionen Menschen sterben pro Jahr an den Folgen ihres Tabakkonsums, davon 600'000 durch Passivrauchen.

2005 ist ein Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs in Kraft getreten, den mehr als 160 weitere Staaten unterzeichnet haben. Die Unterzeichner verpflichten sich zu zahlreichen Massnahmen, um das Rauchen einzudämmen.

Dazu gehören Preis- und Steuererhöhungen bei Tabakprodukten, Werbeverbote, Warnungen vor den Folgen des Rauchens und Entwöhnungsangebote. 2013/2014 hätten Tabaksteuern 269 Milliarden Dollar in Staatskassen gespült, nur eine Milliarde davon sei allerdings für die Eindämmung des Rauchens ausgegeben worden.

«Mit Massnahmen zur Tabakeindämmung kann aus Tabak statt der heutigen Gesundheitskatastrophe ein kleineres Gesundheitsproblem werden», heisst es in der Studie. «Dieser Bericht belegt, dass Kontrollmassnahmen sowohl vom Standpunkt der Wirtschaft als auch der öffentlichen Gesundheit aus Sinn machen.»

Die Autoren der WHO-Studie haben neben den Krankheitskosten auch die Konsum- und Investitionsausfälle durch früh sterbende Raucher berechnet. «Die indirekten Kosten der Mortalität sind hoch», heisst es. «In Ländern mit hohen Einkommen sind die Gesundheitskosten für Raucher höher als für Nichtraucher, selbst, wenn man das kürzere Leben der Raucher in Betracht zieht.» (SDA)

Publiziert am 10.01.2017 | Aktualisiert am 10.01.2017
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