Geothermie mit Magma Isländer wollen Strom aus Vulkanen gewinnen

REYKJANES - Isländer möchten eine ihrer mächtigsten Naturphänomene als Energiequelle verwenden.

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Island will Vulkane energietechnisch nutzen. Ein ambitioniertes Projekt testet die Möglichkeit mit einer ersten Bohrung. KEYSTONE/imageBROKER/Kerstin Langenberger

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130 aktive oder erloschene Vulkane gibt es auf Island. Nun wollen  die Isländer sie als Energiequelle nutzen.

Deshalb bohrt das Iceland Deep Drilling Project (IDDP) seit dem 11. August 2016 im südwestlichen Reykjanes ein kilometertiefes Loch in die Erde. Ein dünner Bohrer gräbt sich 24 Stunden am Tag immer tiefer in Richtung Zentrum der Erde. Bereits 4,5 Kilometer hat er zurückgelegt.

Ziel ist es, auf eine Magma- und Wassermischung zu stossen. Mit den extrem heissen Temperaturen und den Druckverhältnissen, die in diesen Tiefen herrschen, wird das Wasser zu sogenanntem überkritischem Dampf. Dieser wäre äusserst produktiv für die Energie-Gewinnung. 

Das IDDP, eine Kollaboration von Wissenschaftlern der Industrie und der Regierung, will den überkritischen Dampf aus dem Untergrund des Vulkans an die Oberfläche holen und in Elektrizität umwandeln.

Aus Versehen darauf gekommen

Geothermische Energieprojekte sind nichts Neues: Viele Länder haben Bohrinstallationen, um an die Wärme der Erde zu gelangen. Doch noch niemand hatte die Idee, in Vulkane hineinzubohren.

Es war ein Zufall, der die Forscher auf die Spur dieser Energiequelle brachte: Als die Forscher des IDDP 2009 eine herkömmliche Bohrung vornahmen, stiessen sie in 2,1 Kilometer Tiefe aus Versehen auf ein Magmareservoir.

Die Anlage wurde zerstört, doch sie fanden heraus, dass mit Hilfe von Wasser ausserordentlich energiehaltiger Dampf produziert werden kann. Das IDDP versucht dieses Konzept nun kontrollierter und langanhaltender zu wiederholen. 

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Die Vulkanbohrung in Reykjanes ist mit 400 bis 1000 Grad Celsius die heisseste überhaupt. Zudem kann aus einer Bohrung zu solch überkritischem Dampf zehn Mal mehr Energie geschöpft werden als aus den herkömmlichen geothermischen Bohrungen.

Noch muss man hoffen

«Wenn es funktioniert, müssen wir in Zukunft weniger Bohrungen vornehmen, um gleich viel Energie zu produzieren. Das heisst, wir müssen weniger Oberfläche berühren, was weniger Umweltbelastung und hoffentlich tiefere Kosten bedeutet», erklärt Asgeir Margeirsson, CEO der beteiligten isländischen Energiefirma HS Orka, gegenüber der BBC.

Noch ist unklar, ob der Plan aufgeht. «Das ist Forschungsarbeit und Entwicklung – wir wissen nicht, was das Ergebnis sein wird», sagt Margeirsson.

Das Team erwartet, in fünf Kilometern Tiefe auf das Ziel zu stossen – Ende Jahr soll die Bohrung so weit sein.

Publiziert am 26.12.2016 | Aktualisiert am 26.12.2016
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3 Kommentare
  • Walter  Reusser , via Facebook 26.12.2016
    Die Idee ist spitze doch müsste man sich fragen dass wenn jeder da Löcher bohrt ob es da nicht Nebenwirkungen geben kann was passiert wenn wir grossflächig anfangen
    die Erde im innern abzukühlen??
    • Noldi  Schwarz 26.12.2016
      Herr Reusen, sie werden es nicht glauben. Aber unser Planet ist ein echtes Atomkraftwerk. Im Erdinnern finden laufend Kernfusionen statt. Bis da alle Energie aufgebraucht ist, wird wohl auch die Sonne als grosser Riese ihr Leben beenden. Keine Angst. Das geht noch ein paar Milliarden Jahre.
    • P.  Bruno 27.12.2016
      Wenn die Erde dann wie ein Emmentaler aussieht, sollte die Schweiz dann Patentrechte anmelden und eine globale Emmentaler Energie Steuer kassieren:-) Auf jeden Fall effizienter als das Oil of Emmental Projekt.