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Alle Geiseln leben, alle Geiseln sind befreit. Und dies nach Tagen der Tortur. Somalische Piraten hatten vor einer Woche den Chemiefrachter «Samho Jewelry» im Arabischen Meer gekapert.
Die Seeräuber nahmen die Crew in Geiselhaft – und spielten danach mit den Behörden Poker ums Lösegeld. Die 21 Matrosen an Bord fürchteten um ihr Leben. Südkorea wollte dem nicht tatenlos zusehen.
Der Zerstörer «Choi Young» nahm die Verfolgung des gekaperten Frachters auf. Spezialkräfte an Bord heckten einen Plan zur Stürmung des Schiffes aus. Einen mutigen, nicht ungefährlichen Plan.
Die Befreiungsaktion geschah heute. Die Bilder zeigen, wie heftig es zu und her ging. Einschusslöcher überall, zersplitterte Glasscheiben. Die resoluten Marines kannten keine Gnade; acht somalische Piraten liessen bei der Kommandoaktion ihr Leben, alle andern kamen in Haft.
Bei der Aktion kriegte der Kapitän des Chemiefrachters einen Bauchschuss ab, geriet jedoch nie in Lebensgefahr.
Viele Schiffe in Piratenhand
Gemäss «Spiegel Online» befinden sich derzeit rund 30 Schiffe mit fast 700 Besatzungsmitgliedern in der Gewalt somalischer Piraten. Allerdings spricht die Nichtregierungsorganisation Ecoterra, die auch Fischerboote und andere kleine Schiffe auflistet, von mindestens 48 Schiffen und 822 Piratengeiseln.
Meistens enden die Geiselnahmen unblutig, die EU-Mission Atalanta setzt stets auf Deeskalation. (mik)