Gegen Terroristen will er weiter kämpfen Assad akzeptiert Waffenruhe in Syrien

DAMASKUS - Gemäss Angaben des Aussenministeriums will die syrische Regierung die Feuerpause ab Samstag einhalten. Mit einer Ausnahme: Angriffe gegen Milizen, die von der Uno als Terror-Organisationen eingestuft werden, sollen weitergehen.

Unter einer Reihe von Bedingungen - unter anderem der Einstellung von Waffenlieferungen an Rebellen - zeigt sich der syrische Machthaber Baschar al-Assad zu einer Waffenruhe bereit. (Archivbild) play
Unter einer Reihe von Bedingungen - unter anderem der Einstellung von Waffenlieferungen an Rebellen - zeigt sich der syrische Machthaber Baschar al-Assad zu einer Waffenruhe bereit. (Archivbild) KEYSTONE/EPA SANA/SANA HANDOUT

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Verzweifelter Hilferuf SOS im Sand rettet Seeleuten das Leben
2 Nach 26 Jahren Mord in New York aufgeklärt
3 Inder schluckte Fleisch Swiss muss Vegetarier 20'000 Rupien zahlen

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

Das syrische Regime hat den von den USA und Russland vereinbarten Waffenstillstand akzeptiert. Das meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Dienstag unter Berufung auf das Aussenministerium in Damaskus.

Die Annahme erfolge auf der Grundlage, dass der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), den syrischen Al-Kaida-Ableger sowie andere mit diesen Gruppen verbundene Terrororganisationen weitergehen werde.

Nachschub aus dem Ausland soll gestoppt werden

Mit Russland werde jetzt abgesprochen, für welche Gruppen und Gebiete die Vereinbarung gelten solle, erklärte die Regierung. Es sei wichtig, die Grenzen zu schliessen und den Nachschub aus dem Ausland für die bewaffneten Aufständischen zu stoppen.

Zudem müsse verhindert werden, dass diese Organisationen ihre Kampfkraft steigerten und sich umgruppierten. Sollte dies nicht gelingen, könne die Vereinbarung scheitern.

Waffenruhe ab nächstem Samstag

Die USA und Russland hatten sich am Montagabend auf einen Waffenstillstand geeinigt, der am Samstag 00.00 Uhr Ortszeit (26. Februar 23.00 Uhr MEZ) beginnen soll. Alle Konfliktparteien sollten bis Freitagmittag erklären, ob sie die Bedingungen annehmen.

Die Waffenruhe soll den Weg ebnen für die Wiederaufnahme der Anfang Februar ausgesetzten Genfer Friedensgespräche. Ausgenommen von der Feuerpause sind die Terrormiliz IS und die Al-Nusra-Front, syrischer Al-Kaida-Ableger. Syrien und sein Verbündeter Russland betrachten allerdings noch andere Rebellenmilizen als Terrororganisationen.

Die Opposition hatte zuvor erklärt, grundsätzlich für eine Waffenruhe zu sein. Es müsse aber unter anderem garantiert sein, dass Belagerungen in Syrien aufgehoben, Bombardements von Zivilisten eingestellt und Hilfslieferungen ermöglicht werden, teilte das Oberste Verhandlungskomitee (HNC) der Regimegegner mit.

Die Türkei ist misstrauisch

Die türkische Regierung äusserte ihre Zweifel an der Durchsetzbarkeit der geplanten Waffenruhe im Nachbarland. «Wir sind nicht optimistisch», sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira. Er unterstrich zugleich, die Türkei behalte sich Vergeltungsschläge in Syrien wegen des Anschlags in Ankara vergangene Woche vor.

Davutoglu sagte, bisher seien alle diplomatischen Bemühungen um eine Lösung des Syrien-Konflikts von der syrischen Regierung, von Russland und dem Iran als Gelegenheit für neues Blutvergiessen missbraucht worden. Auch für die Unterbrechung der Friedensverhandlungen in Genf seien die Regierung in Damaskus und ihre Verbündeten verantwortlich gewesen.

Davutoglu beschuldigt Kurdenmiliz für Ankara-Attentat

Die türkische Regierung macht weiter die syrische Kurdenmiliz YPG für den Anschlag von Ankara verantwortlich, bei dem 28 Menschen getötet wurden. In dem Al-Dschasira-Interview sagte Davutoglu, die YPG erhalte Hilfe von Russland und der syrischen Regierung.

«Das war ein Terroranschlag, der vom Regime unterstützt wurde», sagte der türkische Ministerpräsident über das Attentat in der Hauptstadt. «Wir wissen, wie und wann wir eine Antwort geben werden», fügte er hinzu. Wenn es so weit sei, werde jeder sehen, «dass die Türkei jeden Angriff und jede Herausforderung beantworten kann».(SDA)

Publiziert am 23.02.2016 | Aktualisiert am 23.02.2016
teilen
teilen
0 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

8 Kommentare
  • marcel  kohli 23.02.2016
    ja klar...waffenruhe..für ca. 2tage, dann geht die ballerei wieder weiter.
    es gibt immer welche die sich nicht daran halten werden.!!
  • Bernd  Lehnherr , via Facebook 23.02.2016
    Das kommt darauf an,wie das Assad betrachtet.Sind es IS-Kaempfer,so sind es Terroristen,oder sind es um Freiheit kaempfende Revolutionaere,die den Diktator und Volksschlaechter los werden moechten,wie das in Tunesien einst begann.
  • Urs  Lifart , via Facebook 23.02.2016
    Vor allem die Grenze zur TR sichern und jede Verletzung des syrischen Territoriums durch die TR mit letzter Konsequenz vernichten.
  • Urs  Saladin , via Facebook 23.02.2016
    Wenn Assad alle, die gegen ihn sind, als Terroristen betracht, mit wem will er dann eine Waffenruhe?
  • lui  chinotto 23.02.2016
    Recht so Herr Assad. Keinen Milimeter beim Kampf gegen Terroristen weichen. Genügt vollkommen wenn die westlichen Länder Unterschiede zwischen angeblich Terroristen und " gemässigten Gruppierungen" selbstverständlich auch Terroristen, machen.
    • Peter  Martaler aus Chur
      23.02.2016
      Wenn Sie Freiheitskämpfer als Terroristen bezeichen, dann existiert die Schweiz nur dank Terroristen, denn die alten Eidgenossen waren auch nichts anderes ;)
    • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
      23.02.2016
      Lui Chinotto, ich gehe mal davon aus, dass sich Ihr Verständnis eines Terroristen mit demjenigen von Assad kaum gleichen dürften. Wenn Assad nachgewiesenermassen Giftwaffen gegen die eigene Zivil-Bevölkerung einsetzt und auch Spitäler bombardieren lässt, dann ist das wohl eine merkwürdige Definition. Die UNO mag wohl eine Definition haben, es ist dann aber für Assad sehr einfach, in Syrien irgendwelche Personen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe zu unterstellen, ohne dafür Beweise zu erbringen.
    • Hanspeter   Galster aus Thürnen
      23.02.2016
      chinotto...,schon mal die Arte-Reportage 50`000 Tote gesehen? Alles Terroristen???? Frauen,Kinder etc.? Zähle ich hier auch als Terrorist,wenn ich mich negativ über unsere Könige in Bern äussere??? Aber Hallooooo!!