Günstig, aber gebraucht Gaddafi will Mercedes des Aldi-Gründers kaufen

  • Publiziert: 05.08.2010, Aktualisiert: 02.01.2012

DÜSSELDORF - Kauft der Wüsten-Despot jetzt seine Karren beim Discounter? Laut dem Occasions-Händler interessiert sich Gaddafi für den gepanzerten Mercedes des verstorbenen Aldi-Gründers Theo Albrecht.

Ist das Öl versiegt? Hat der Despot einen Engpass, weil das Geld aus der Schweiz noch nicht eingetroffen ist? Falls die Information des Gebrauchtwagenhändlers Michael Fröhlich aus Düsseldorf stimmt, kauft Oberst Muammar Gaddafi, seine Karosse neustens günstig bei Aldi – und erst noch gebraucht!

Aber der Reihe nach: Seit bekannt wurde, dass das Auto des vor einer Woche verstorbenen Aldi-Gründers Theo Albrecht zum Verkauf steht, spricht die ganze Welt darüber. Der eigentlich unscheinbare Mercedes ist eine Burg, ein Panzer und ein Spion.

Abhöranlage und Panik-Knopf

Das 3,6 Tonne schwere Gefährt verfügt über panzerfaustsichere Scheiben und Türen, absprengbare Türen, eine Sauerstoffanlage gegen Giftgas-Angriffe und ein Telefon in Kofferraum für den Fall einer Entführung.

In den Aussenspiegeln ist eine Abhöranlage installiert, mit der die Gespräche im Umkreis von 30 Metern abgehört werden können. Die Reifen verlieren selbst nach einem Beschuss kaum Luft und im Rücklicht ist ein Panik-Knopf versteckt, der sofort bei Polizei und Rettungskräften Alarm auslöst.

Ein Schnäppchen für Gaddafi

Die Spezialanfertigung, die sich das ehemalige Entführungsopfer Albrecht von Mercedes bauen liess, kostete laut Händler Fröhlich neu über eine Million Euro. Für den Occasions-Wagen hofft er nun zwischen hundert- und zweihunderttausend Euro zu lösen.

«Wer gefährdet ist, der wird diesen Wagen gebrauchen können», sagt Fröhlich gestern Abend in der ZDF-Sendung «Markus Lanz». Und: Er habe eine Anruf aus Libyen erhalten. Der «Staatssekretär oder so» von Gaddafi habe sich im Namen des Obersten nach dem Wagen erkundet.

Auf Luxus müsste Gaddafi verzichten

Überzeugt hat den asketische Zeltbewohner neben dem güstigen Preis wohl auch die ausser in Sicherheitsdingen einfache Ausstattung des Wagens: Weder Ledersitze noch Minibar sind im Mercedes zu finden und die Tonqualität des hundskommunen Autoradios genügt wohl knapp für die Übertragung der Gebetsrufe des Muezzins.

Wenigstens verfügt das Auto über eine zweite kleine Klima-Anlage für die Fondspassagiere – sinnvoll in der libyischen Wüste. (bih)

play Gaddafi fährt ab auf den Anti-Luxus- und Bomben-Mercedes (Reuters)

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