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Offenbar haben Truppen des libyschen Wüstendiktators Muammar Gaddafi die Rebellen-Hochburg Bengasi ins Visier genommen. Al-Dschasira berichtet, die Streitkräfte befänden sich in den westlichen Vororten der Stadt. Zuvor griffen Kampfjets den Südwesten der Stadt an.
Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur Reuters aus, die Explosionen seien stark genug gewesen, um Gebäude zum Beben zu bringen. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP weiter berichteten, überflog ein Militärflugzeug die Stadt in niedriger Höhe. Anschliessend waren Explosionen zu hören.
Der irre Diktator lässt sich derweil wieder über Europa aus: «Das ist reiner Kolonialismus. Es gibt keine Rechtfertigung. Es wird ernsthafte Folgen für den Mittelmeerraum und Europa haben», sagte Gaddafi dem Fernsehsender Al-Dschasira.
Deutliche Worte seitens der USA
Die Truppen von Muammar al-Gaddafi verletzen nach Meinung der USA die Waffenruhe, die in der neuen UNO-Resolution zu Libyen verlangt wird. Die Resolution 1973 verlange ein Ende aller Angriffe, betonte Susan Rice, US- Botschafterin bei der UNO in New York im Sender CNN.
US-Präsident Barack Obama drohte Gaddafi mit dem Einsatz militärischer Gewalt, sollten seine Truppen nicht umgehend die Kampfhandlungen gegen die Opposition einstellen. Zugleich machte er deutlich, dass die USA sich bei möglichen Militäraktionen lediglich als «Teil der einer internationalen Koalition» sehen.
Angriff bald möglich
Die am Donnerstag in New York verabschiedete UNO-Resolution erlaubt, eine Flugverbotszone über Libyen und eine Waffenruhe «mit allen nötigen Massnahmen» durchzusetzen, um die Gewalt der Gaddafi- Truppen gegen die Opposition und die Zivilbevölkerung zu stoppen.
Heute findet in Paris ein Gipfel zur Lage in Libyen statt. Neben den USA, Grossbritannien und Frankreich sollen auch arabische Staaten und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel daran teilnehmen.
Mit einer internationalen Militäraktion in Libyen ist möglicherweise schon an diesem Wochenende zu rechnen. Er gehe davon aus, dass die militärische Intervention «binnen Stunden» nach dem Sondergipfel zu Libyen beginnen könne, der am Samstag in Paris stattfinde, sagte der französische UNO-Botschafter Gérard Araud dem britischen Fernsehsender BBC am Freitagabend. (SDA/mik)