Jetzt das noch! Gaddafi über «Europas Verrat» geschockt

  • Publiziert: 15.03.2011, Aktualisiert: 20.01.2012

TRIPOLIS - Er giesst noch Öl ins Feuer. Muammar al-Gaddafi fühlt sich von Europa im Stich gelassen.

Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat sich über den «Verrat» Europas geschockt erklärt. «Ich bin wirklich über das Verhalten meiner europäischen Freunde geschockt.»

Auf diese Weise hätten die europäischen Staaten ernsthaft eine Reihe von Abkommen über die Themen Sicherheit und wirtschaftliche Kooperation gefährdet, «die in ihrem Interesse waren», sagte Gaddafi in einem exklusiven Interview mit der Mailänder Tageszeitung «Il Giornale».

Auch von Berlusconi im Stich gelassen

Gaddafi fühle sich auch von dem italienischen Premierminister Silvio Berlusconi verraten, mit dem er eine gute Freundschaft und eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit aufgebaut hatte. «Ich weiss nicht, was ich Berlusconi sagen soll. Ich bin vollkommen schockiert und fühle mich verraten. Ich habe keinerlei Kontakte mehr weder zu Italien noch zu Berlusconi», sagte Gaddafi. Den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy nannte er geistesgestört.

Der 69-Jährige warnte vor der Gefahr einer riesigen Flüchtlingswelle in Richtung Europa. «Wenn statt einer stabilen Regierung, die Sicherheit garantiert, Banden mit Verbindungen zu Osama bin Laden die Führung des Landes übernehmen, werden sich die Afrikaner in Massen in Richtung Europa in Bewegung setzen. Das Mittelmeer wird ein Meer des Chaos werden», betonte Gaddafi.

«Ich bin anders als Mubarak und Ben Ali»

Er habe keine Absicht, sein Land zu verlassen. Er habe nichts mit dem tunesischen Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali und mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak gemeinsam, die geflüchtet seien. «Ich bin anders als sie. Die Leute sind auf meiner Seite und geben mir Kraft. Ich habe keine Angst», so Gaddafi. (SDA)

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