Weil sie für Schweizer Firmen tätig waren Gaddafi rächte sich an über 50 Ausländern

  • Aktualisiert am 14.01.2012

TRIPOLIS – Wer in Libyen für eine Schweizer Firma tätig ist, lebt seit der Verhaftung des Diktatoren-Sohns in Genf gefährlich. Das mussten weit mehr als nur Rachid Hamdani und Max Göldi erfahren.

Im Juli 2008 wurde in Genf der Sohn des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi festgenommen. Zwei Schweizer, Max Göldi und Rachid Hamdani, bekamen den Zorn des Wüsten-Diktators umgehend zu spüren: Den beiden in Libyen tätigen Geschäftsmännern wurde die Ausreise verboten (Blick.ch berichtete).

Wie das Westschweizer Fernsehen «TSR» jetzt berichtet, sind sie aber nicht die einzigen, welche unter der Rache für Hannibal Gaddafis Festnahme leiden mussten. Mindestens 50 weitere Ausländer, die für Schweizer Firmen in Libyen tätig waren, wurden damals festgehalten.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kann bestätigen, dass es weitere Verhaftungen gab. Und Amnesty International liegen ebenfalls entsprechende Hinweise vor. Sprecher Daniel Graf gegenüber «20min.ch»: «Wir konnten die Fälle nicht untersuchen oder weiter verfolgen, weil wir keine Informationen über ihr weiteres Schicksal von den betroffenen Firmen, Ländern oder aus Libyen selbst erhalten haben.»

Unter den von Gaddafis Rachsucht betroffenen Ausländern befanden sich sowohl Menschen aus Europa, als auch aus Indonesien oder den Philippinen. Nach monatelanger Ungewissheit wurden sie alle freigelassen. Die Angelegenheit sei bisher nicht bekannt geworden, weil die betroffenen Firmen die Verhandlungen zwischen der Schweiz und Libyen und ihre eigenen Geschäftsinteressen nicht gefährden wollten, so der Westschweizer TV-Sender. (noo)

Seine Rachsucht kennt keine Grenzen: Wüsten-Herrscher Muammar al-Gaddafi.- Keystone

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