Zelt-Streit Gaddafi jetzt obdachlos in New York?

  • Aktualisiert am 19.01.2012

NEW YORK – Keiner will ihn. Kaum hat Gaddafi sein Beduinenzelt im New York Vorort Bedford aufgeschlagen, greifen die Behörden ein. Wo schläft der Wüstenfuchs jetzt?

Im Central Park mitten in New York wollte er zelten, der Wüstensohn. Doch die Behörden schoben dem exzentrischen Vorhaben schnell einen Riegel vor. Auch anderswo fanden Gaddafi und seine Entourage keinen Platz in der Stadt.

Dafür aber ausserhalb, im malerischen Bedford. Auf einem Grundstück des bekannten Milliardärs Donald Trump!

Doch die Freude hielt nicht lange an. Gaddafis Leute hatten kaum die Heringe eingeschlagen, schon liefen die Anwohner Sturm.

Ein Jurist der Stadt Bedford erklärte, dass der Zeltbau einige Vorschriften und Gesetze der Gemeinde verletze. «Gaddafi wird in Bedford nicht viele Fans haben», sagte zudem der New Yorker Senator Vincent Liebell. Gaddafi sei dort nicht willkommen.

Aufbauarbeiten gestoppt

Jetzt haben auch die Behörden eingegriffen – und verfügt, dass die Zelte nicht weiter aufgebaut werden dürfen, wie der amerikanische Online-Dienst «LoHud.com» berichtet.

Die Zelte stünden nicht unter diplomatischer Immunität, sondern unterlägen den Gemeindegesetzen. Und hier sehen die Bauvorschriften offenbar vor, dass Riesenzelte nicht mir nichts dir nichts auf Privatgrundstücken errichtet werden dürfren.

Dass Gaddafi also in seinem Canvas-Palast in Bedford nächtigen wird, ist damit fast ausgeschlossen. Gestern Abend jedenfalls nahm er in seinem Konvoi Kurs auf die libyische Uno-Vertretung in Manhattan. (rla/noo/gux)

<b>Erster Auftritt in 40 Jahren</b>

Gaddafi soll nach 40 Jahren als Herrscher von Libyen erstmals in New York vor der Uno auftreten. Zuletzt hatte es massive Kritik an seinem Land gegeben. Denn der Lockerbie-Attentäter Abdel Basset al-Megrahi wurde nach seiner gesundheitsbedingten vorzeitigen Haftentlassung in Grossbritannien zu Hause in Libyen als Volksheld empfangen. Zudem sorgte Gaddafi im Vorfeld des Uno-Gipfels mit absurden Vorschlägen für Aufsehen (Blick.ch berichtete). Unter anderem wollte er einen Vorstoss einreichen, um das Schweizer Territorium zu zerteilen und an die Nachbarländer zu verteilen.

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