Gaddafi: Versteckt er die Geiseln im Hotel?
BERN – Nicht mal Micheline Calmy-Rey weiss, wo die Schweizer Geiseln in Libyen stecken. Wenigstens gibt es jetzt Hinweise, dass sie nicht auf einer Gefängnispritsche darben.
Aktualisiert um 11:55 | 02.10.2009
Am 19. September lockten die Libyer die beiden Schweizer Max Göldi (54) und Rachid Hamdani (68) mit einem Trick aus der Botschaft in Tripolis und nahmen sie in Gewahrsam (Blick.ch berichtete). Seither fehlte von den Geiseln so gut wie jede Spur. Nun gibt es erste Hinweise auf ihren Verbleib.
«Sie sind laut meinen libyschen Informanten in einem Hotel oder in einer Privatresidenz untergebracht. Aber sie stehen unter Bewachung», erklärt der Genfer Hasni Abidi, Direktor des Zentrums für arabische und mediterrane Studien gegenüber «Le Matin».
Doch auch Insider Abidi weiss nicht, wo Göldi und Hamdani derzeit genau sind. «Der Vorschlag des damaligen Bundesratskandidaten Didier Burkhalter, militärisch in Libyen zu intervenieren, ist auch in Libyen angekommen. Offenbar gingen hier einige Kreise davon aus, dass die Schweiz eine Befreiungsoperation lancieren könne», erklärt Abidi die Geheimhaltung des Gaddafi-Regimes.
Hannibal-Clan versteht das Leiden zu verlängern
Dass die Geiseln derzeit kaum eine Aussicht auf eine baldige Rückkehr haben, erklärt Abidi mit den Rachegelüsten von Gaddafi-Sohn Hannibal. «Hannibals Clan versteht es gut, das Leiden der beiden Schweizer mit allen möglichen Mitteln zu verlängern», so der Genfer Experte.
Um seine Ziele innerhalb des libyschen Machtapparats zu verfolgen, nutze der Clan geschickt die Argumente, die ihm die Schweizer Presse liefere – etwa durch die Veröffentlichung der Genfer Polizeibilder. Zudem spielten Hannibal und seine Verbündeten die verschiedenen mit dem Fall betrauten Geheimdienste gegeneinander aus, erklärt Abidi.
Dennoch glaubt er nicht, dass es dem Hannibal-Clan gelingen wird, das Leben der beiden Geiseln ernsthaft in Gefahr zu bringen. Das würde Papa Gaddafi niemals zulassen. «Denn Göldi und Hamdani sind der einzige Trumpf, den der Wüstendiktator gegenüber der Schweiz ausspielen kann», betont Abidi.
Familien haben nichts gehört
Ein Informant in Bern berichtet «Le Matin», dass die Geiseln Kontakt mit der Aussenwelt haben dürften. Auch das deutet darauf hin, dass sie nicht als Gefangene angeschaut werden, sondern weiterhin als «spezielle Gäste» Libyens.
Gemäss dem Genfer SVP-Politiker Stéphane Valente haben allerdings weder die Familien noch er selbst in den letzten zwei Wochen etwas von den beiden Festgehaltenen gehört. Valente hatte zuvor regelmässig Kontakt zu den Geiseln gehabt und organisierte auch schon zwei Solidaritätsmärsche. Eine dritte Demonstration kündigt Valente für den 10. Oktober in Genf an. (gux/hhs)
«Sie sind laut meinen libyschen Informanten in einem Hotel oder in einer Privatresidenz untergebracht. Aber sie stehen unter Bewachung», erklärt der Genfer Hasni Abidi, Direktor des Zentrums für arabische und mediterrane Studien gegenüber «Le Matin».
Doch auch Insider Abidi weiss nicht, wo Göldi und Hamdani derzeit genau sind. «Der Vorschlag des damaligen Bundesratskandidaten Didier Burkhalter, militärisch in Libyen zu intervenieren, ist auch in Libyen angekommen. Offenbar gingen hier einige Kreise davon aus, dass die Schweiz eine Befreiungsoperation lancieren könne», erklärt Abidi die Geheimhaltung des Gaddafi-Regimes.
Hannibal-Clan versteht das Leiden zu verlängern
Dass die Geiseln derzeit kaum eine Aussicht auf eine baldige Rückkehr haben, erklärt Abidi mit den Rachegelüsten von Gaddafi-Sohn Hannibal. «Hannibals Clan versteht es gut, das Leiden der beiden Schweizer mit allen möglichen Mitteln zu verlängern», so der Genfer Experte.
Um seine Ziele innerhalb des libyschen Machtapparats zu verfolgen, nutze der Clan geschickt die Argumente, die ihm die Schweizer Presse liefere – etwa durch die Veröffentlichung der Genfer Polizeibilder. Zudem spielten Hannibal und seine Verbündeten die verschiedenen mit dem Fall betrauten Geheimdienste gegeneinander aus, erklärt Abidi.
Dennoch glaubt er nicht, dass es dem Hannibal-Clan gelingen wird, das Leben der beiden Geiseln ernsthaft in Gefahr zu bringen. Das würde Papa Gaddafi niemals zulassen. «Denn Göldi und Hamdani sind der einzige Trumpf, den der Wüstendiktator gegenüber der Schweiz ausspielen kann», betont Abidi.
Familien haben nichts gehört
Ein Informant in Bern berichtet «Le Matin», dass die Geiseln Kontakt mit der Aussenwelt haben dürften. Auch das deutet darauf hin, dass sie nicht als Gefangene angeschaut werden, sondern weiterhin als «spezielle Gäste» Libyens.
Gemäss dem Genfer SVP-Politiker Stéphane Valente haben allerdings weder die Familien noch er selbst in den letzten zwei Wochen etwas von den beiden Festgehaltenen gehört. Valente hatte zuvor regelmässig Kontakt zu den Geiseln gehabt und organisierte auch schon zwei Solidaritätsmärsche. Eine dritte Demonstration kündigt Valente für den 10. Oktober in Genf an. (gux/hhs)
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