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Auf der Seite wird zum Boykott aufgerufen – obs was nützt? (Screenshot hannibal.ly)
Haken- statt Schweizerkreuze, Aufteilung der Schweiz, Aufruf zu Hacker-Attacken auf Schweizer Seiten: Die Supporter von Hannibal Gaddafi lassen nichts aus. Auf der Seite www.hannibal.ly hetzen sie regelmässig gegen die Schweiz (Blick.ch berichtete).
Die Seite läuft über den gleichen Server wie das libysche Finanz- und Justizministerium. Das lässt regierungsnahe Kreise vermuten. Und auf der Homepage ist man sehr wohl informiert, was in der Schweiz läuft. So findet sich gestern Mittag ein Eintrag, der die libysche Welt über die Anti-Minarett-Plakate der SVP informiert.
«Boycott Nestlé und Swatch»
Die Libyer belassen es aber nicht dabei, Hass gegen die Schweiz zu schüren. So rufen sie auch dazu auf, aktiv der Schweiz zu schaden. Bisher waren die Boykott-Banner bloss allgemeiner Art. Jetzt aber werden sie konkret: Nestlé und Swatch müssen boykottiert werden.
Beide Firmen bestätigen gegenüber Blick.ch, dass sie Kenntnis von der Existenz dieses Aufrufs haben. Swatch kümmert der Boykott-Aufruf aber nicht gross. Nicolas Hayek meint gegenüber Blick.ch: «Für uns ist das ein Non-Issue» Zu gut Deutsch – Swatch siehts gelassen. Und Hayek präzisiert: Der Umsatz mit Swatch-Produkten in Libyen belaufe sich auf 0,005 bis 0,01 Prozent des Gesamtumsatzes.
Anders sieht es mit Nestlé-Produkten aus. Der Multi betreibt 50 Fabriken in muslimischen Ländern und weist einen Umsatz von 5,5 Milliarden Franken (2008) auf. In Libyen verfügt Nestlé über ein Repräsentationsbüro in Tripolis. Das Unternehmen teilt aber mit: «Der Vertrieb der Produkte ist von der aktuellen Situation unbeeinträchtigt.»
Nachrichtendienst ist gewarnt
Der Schweizer Inlandnachrichtendienst DAP überwacht die Internetseite. Dies auch aufgrund der Ankündigung und dem Aufruf, Hacker-Attacken auf den Schweizer Seiten admin.ch und swissinfo.ch zu starten.
Bisher aber war alles heisse Luft: «Wir haben keine Informationen erhalten, wonach die Seiten einen Angriff erlitten hätten», sagt DAP-Sprecher Sebastian Hueber zu Blick.ch. Doch man sei auf der Hut: «Die zuständigen Provider sind informiert und sobald eine Seite nicht mehr einwandfrei funktionieren würde, erhalten wir augenblicklich Nachricht.»