Reine Provokation Gaddafi bezeichnet Flugverbot als ungültig

  • Publiziert: 19.03.2011, Aktualisiert: 20.01.2012

TRIPOLIS - Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hält sich nicht an die Uno-Resolution, die gestern eine Flugverbotszone in seinem Land aussprach. In einem Schreiben an Obama erklärt er diese für nichtig.

Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat die jüngste Uno-Resolution zur Einrichtung einer Flugverbotszone in seinem Land als ungültig bezeichnet.

In einem Schreiben an US-Präsident Barack Obama habe Gaddafi seine Entscheidung gerechtfertigt, von Aufständischen gehaltene Städte anzugreifen, sagte der libysche Regierungssprecher heute bei einer Medienkonferenz in Tripolis. «Wenn amerikanische Städte mit Waffengewalt übernommen würden, sagen Sie mir, was Sie tun würden», erklärte der Machthaber demnach.

Gaddafi habe in Schreiben an den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, den britischen Premierminister David Cameron und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärt, die Uno-Resolution verstosse gegen die Uno-Charta.

«Der Westen wird Intervention bedauern»

Der Westen werde jegliche militärische Intervention bedauern. «Libyen steht nicht euch zu, Libyen steht den Libyern zu», erklärte er. Der Uno-Sicherheitsrat hatte am Donnerstagabend die Verhängung einer Flugverbotszone über Libyen beschlossen.

Trotz einer am Vortag verkündeten Waffenruhe beschossen Truppen von Machthaber Gaddafi heute Wohngebiete in Benghasi. Dabei setzten sie nach Angaben von Aufständischen Panzer und Artillerie ein. Es gebe viele Opfer, in den Spitälern herrsche grosser Andrang, sagte der Vorsitzende der provisorischen Gegenregierung in Bengasi, Mustafa Abdul Dschalil, dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira.

Ein über Bengasi fliegendes Kampfflugzeug sei abgeschossen worden, berichteten Al-Dschasira- und BBC-Korrespondenten.

Arabischen Medien zufolge drangen Gaddafi-Truppen in die südlichen Vorstädte von Benghasi ein. Ein Reporter des US-Mediums «Christian Science Monitor» berichtete von Feuergefechten in der Stadt.

Unübersichtliche Lage


Offenbar sind leichter bewaffnete, unmotorisierte Kommandoeinheiten des Regimes über Nacht ins Stadtinnere vorgedrungen. Der Korrespondent von Al-Dschasira sprach von einer «unübersichtlichen Lage». Das Regime in Tripolis stritt ab, die Stadt angegriffen zu haben. Vielmehr seien die Truppen am Rande Bengasis attackiert worden.

Benghasi, die zweitgrösste Stadt des Landes, ist der Sitz der Gegenregierung und Hochburg der Aufständischen, die gegen das Gaddafi-Regime kämpfen.

Auch in der drittgrössten Stadt Misrata, dem westlichsten noch von Aufständischen gehaltenen Ort, dauerte der Beschuss nach Angaben von Rebellen und einem Arzt auch nach der Ankündigung der Waffenruhe weiter an. (SDA/as)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet
3 Private Firma kauft 14 Kampfjets «Wie Top-Gun, nur besser und globaler»bullet

Ausland