G-8-Gärtner Bush pflanzt Baum

  • Publiziert: 08.07.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play Bush pflanzt Baum: Die G-8-Gärtner Berlusconi, Brown, Merkel, Bush, Fukuda, Sarkozy, Medwedew und Harper (v.l.) greifen fürs Fotoalbum zur Schaufel. (Keystone)

TOYAKO – Bis 2050 wollen die G-8-Staaten den weltweiten CO2-Ausstoss halbieren. Bis dann sei die Welt schon weichgekocht, frotzeln Umweltschützer.

Mit dem heutigen Beschluss gingen die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten und Russland über die Vereinbarung von Heiligendamm im vergangenen Jahr hinaus, die nur eine ernsthafte Prüfung des 50-Prozent-Ziels vorgesehen hatte. Wann die G-8-Länder ernsthaft mit der Reduktion anfangen wollen, steht aber noch in den Sternen.

Nach langem Widerstand gab auch US-Präsident George W. Bush seine Blockadehaltung auf und stimmte der grundsätzlichen Absicht zu, den Ausstoss klimaschädlicher Treibhausgase zu vermindern. Die G-8 verpflichteten sich in ihrer Erklärung zudem, beim Klimaschutz eine Führungsrolle zu übernehmen.

Nicht ohne Schwellenländer

Jedoch appellierten sie auch an die Schwellenländer, einen Beitrag zu leisten – allein könnten sie den Kampf gegen die Erderwärmung nicht gewinnen. Dieser Zusatz dürfte entscheidend für das Einlenken der USA gewesen sein.

Bislang hatte Bush seinen Widerstand stets damit begründet, dass auch andere grosse Umweltsünder wie China und Indien ihren CO2- Ausstoss begrenzen müssten. Die US-Delegation bezeichnete die Übereinkunft denn auch als hervorragendes Ergebnis.

Vage Vereinbarung

Umweltschützer dagegen gehen mit dem «Club der Reichen» hart ins Gericht. Die Ankündigung zur Halbierung der Treibhausgase sei beliebig, solange kein Ausgangsjahr genannt werde, kritisiert Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid.

«Bei diesem Tempo ist die Welt bis 2050 weichgekocht und die G8-Führer sind lange vergessen», frotzelt die NGO Oxfam. Vor allem die USA sollten sich endlich auf ehrgeizige mittelfristige Klimaschutzziele festlegen.

Enttäuscht sind auch die fünf grossen Schwellenländer China, Indien, Südafrika, Brasilien und Mexiko, die erst morgen zum G8- Gipfel in Toyako stossen. Sie forderten umgehend eine Reduzierung des Treibhausgas-Ausstosses um 80 bis 95 Prozent unter das Niveau von 1990. (SDA/hhs)

Scharfe Kritik an Biotreibstoffen

Hilfsorganisationen und Umweltschützer haben auf dem G-8-Gipfel heftige Kritik an Agrartreibstoffen geübt. Die starke Steigerung der Produktion von solchen sei ein wesentlicher Grund für die akute Weltnahrungskrise.

Subventionen, Steueranreize oder verbindliche Ziele für die Beimischung von Biotreibstoffen in Europa oder den USA müssten gestoppt werden, forderten Organisationen zum Kampf gegen Armut und Hunger sowie Greenpeace oder der World Wide Fund for Nature (WWF).

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