Fürstlicher Tritt ans deutsche Bein

  • Publiziert: 11.03.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

VADUZ – Sein Liechtenstein ist Prügelknabe deutscher Steuerfahnder – doch der Fürst schlägt zurück: Ätsch, ihr kriegt unsere Bilder nicht, beschied er einem Münchner Museum.

So leicht gibt ein Fürstengeschlecht, das in einem stolzen Schloss hoch über seinem Volk thront, nicht klein bei: Wegen des Steuerstreits mit Deutschland haben die Liechtensteins eine Gemälde-Ausstellung in München abgesagt.

Das Fürstenhaus wollte eigentlich vom 25. Mai bis zum 21. September in der Neuen Pinakothek München «Wiener Malerei des Biedermeier aus den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein» zeigen. Doch daraus wird nix, wie seine Durchlaucht heute mitteilen liess.

In seiner Begründung verweist das Fürstenhaus darauf, dass «die Anwendung rechtsstaatlicher Grundprinzipien seitens der Bundesrepublik Deutschland, was die Beziehungen zum Fürstentum Liechtenstein betrifft, fraglich erscheint».

Solange dies anhalte, verzichteten die Fürstlichen Sammlungen darauf, Leihgaben nach Deutschland zur Verfügung zu stellen. Damit spielt das Fürstenhaus offenbar auf die Tatsache an, dass die deutschen Steuerbehörden sich bei Fahndungen nach Steuersündern auf in Liechtenstein gestohlene Daten berufen. Das Fürstentum und Erbprinz Alois hatten dieses Vorgehen scharf verurteilt (Blick.ch berichtete).

Doch die Münchner Pinakothek ist nicht die einzige Ausstellung, die dem Steuer-Hickhack zum Opfer fällt: Liechtenstein wird auch alle anderen zugesagten Leihgaben für Ausstellungen in Deutschland zurückziehen.

Und doch liess das Adelsgeschlecht eine Hintertür offen: «Sollten sich die Umstände ändern, ist das Fürstenhaus selbstverständlich bereit, die engen und guten Beziehungen zu den deutschen Museen wieder aufzunehmen». (SDA/hhs)

play Wie du mir, so ich dir: Fürst Alois und seine Familie drehen nun den Deutschen eine Nase. (Keystone)

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