Fünf statt drei Milliarden für die Flüchtlinge Jetzt wollen die Türken noch mehr Geld von der EU

BERLIN/BRÜSSEL - Die Türkei fordert zur Bewältigung der hohen Zahl von Kriegsflüchtlingen aus dem benachbarten Syrien zwei Milliarden Euro mehr von der EU als bisher zugesagt. «Ankara will nun fünf Milliarden Euro haben, wir sind aber nur bereit, die versprochenen drei Milliarden Euro zu geben», sagte ein hoher EU-Diplomat.

Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kamen seit Jahresbeginn knapp 50'700 Flüchtlinge in Griechenland an. (Archiv) play
Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kamen seit Jahresbeginn knapp 50'700 Flüchtlinge in Griechenland an. (Archiv) KEYSTONE/AP/MSTYSLAV CHERNOV

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Die EU hatte sich im Rahmen eines Aktionsplans zur Zahlung von drei Milliarden Euro an die Türkei verpflichtet. Ankara sagte der EU im Gegenzug für die Milliardenhilfe zu, den Grenzschutz zu verbessern, so dass weniger Flüchtlinge in die EU gelangen. Derzeit kommen weiter Tausende von Flüchtlingen mit Schlauchbooten auf die in der Nähe der türkischen Küste gelegenen griechischen Ostägäisinseln - und damit in die EU.

Mit dem Geld, von dem noch nichts ausbezahlt ist, sollen die Lebensbedingungen der inzwischen 2,5 Millionen Syrien-Flüchtlinge in der Türkei verbessert werden. Jetzt fordert die Türkei allerdings zwei Milliarden Euro mehr, als die von der EU zugesprochenen drei Milliarden. Dazu scheint die EU nicht bereit.

Wie «Welt.de» berichtet, werden die Verhandlungen über die versprochenen Milliarden für die Türkei dadurch belastet, dass Ankara bei der Auszahlung des Geldes stärker mitbestimmen will. «Die Regierung der Türkei tut sich sehr schwer damit zu akzeptieren, dass die Milliardenhilfen für Flüchtlinge nur schrittweise und nach strenger Bedarfsprüfung durch die EU ausgezahlt werden sollen», hiess es in Diplomatenkreisen.

Nach dem Willen der EU soll das Geld demnach in konkrete Projekte wie den Bau von Schulen fliessen. Brüssel wolle die Auszahlungen streng kontrollieren, um zu verhindern, dass das Geld beispielsweise in dunklen Kanälen der türkischen Bauwirtschaft versickert und so nur ein Bruchteil bei den Flüchtlingen ankommt. (SDA/lex)

Publiziert am 30.01.2016 | Aktualisiert am 30.01.2016
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7 Kommentare
  • Rolf  Hess 30.01.2016
    Die Türken wollen anscheinend nur das Geld der EU. Machen tun sie trotzdem nichts gegen ihre Schlepper. Ich wäre nicht erstaunt, wenn der EU Beitritt auch noch ein Versprechen ist, das Merkel dem Erdogan abgeben musste, damit er etwas tut. Wer es noch nicht gemerkelt hat. Frau Merkel ist die EU. Alle anderen sagen lieber nichts.
  • Silvia  Thiele 30.01.2016
    Im Prinzip können wir alle nicht mitreden... liebe Leserin u. Leser. Man muss die effektiven Kosten für diese enormen Bewältigungen von der Türkei kennen... um "mitreden" zu können. Wenn die Türkei uns die enorm vielen Flüchtlinge "vom Hals" hält... so sind 5 Milliarden für ganz Europa sicher kein Problem und auch richtig... (Denken wir nur daran, dass unsere Nationalbank alleine 30 Milliarden in einem Quartal negativ gemacht hat... und es "niemand" interessiert hat)... Wo liegt das Problem...?
  • Sonja  Zwicker 30.01.2016
    Das war doch zu erwarten! Die EU und die Schweiz hatten lange genug Zeit, selbst vor Ort entsprechende Massnahmen zu treffen, haben dies aber trotz unzähligen "Krisentreffen" usw. verschlafen und verharmlost!
    Stets hiess es, der Flüchtlingsstrom halte sich in Grenzen, und versiege dann in den kalten Wintermonaten. Man war einmal mehr blind und taub.
    Jetzt nützt das Jammern nichts mehr - träumt einfach weiter!
  • Othmar   Huber 30.01.2016
    Haben wir etwas anderes erwartet? Das ganze hat doch System. Die Türkey wird solange man als Bittsteller kommt und in dem grössenwahnsinnigen Palast empfangen wird sicher jede Chance wahrnehmen, sich an der Schmach die Merkel vor Jahren gemacht hat, rächen zu können. Wenn nicht mit klaren, harten Massnahmen alle Staaten, die den Schleppern eine Chance geben,die rote Karte gezeigt wird, werden wir das Problem auch mit 12 Milliarden lösen können. Ein Erpresser fordert natürlich immer mehr!!!!!!!
  • Meyer  Karl 30.01.2016
    Was nur 5 Milliarden? Warten Sie noch ein bisschen Herr Erdogan, spätestens Mitte Jahr können Sie der EU locker 50 Milliarden abknüpfen. Ach wenns am Ende nichts nützen wird, Hauptsache Europas Völker sind wieder ein bisschen ärmer, damit ist das Hauptziel europäischer Regierungen erreicht.