Friedensnobelpreis-Anwärter Weisshelme Assad nimmt die «Helden von Aleppo» ins Visier

ALEPPO (SYRIEN) - Eben erst wurde die syrische Zivilschutzorganisation mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Jetzt macht das Regime von Baschar al-Assad (51) offenbar gezielt Jagd auf die so genannten Weisshelme.

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Sie sind die unbestrittenen Helden des syrischen Bürgerkriegs: Die Weisshelme, eine Zivilschutzorganisation von Freiwilligen, hat gemäss eigenen Angaben seit ihrer Gründung im Jahr 2013 bereits 60'000 Zivilisten nach Bombenangriffen aus Trümmern gerettet.

Assad bombardiet in Syrien die Zivilschutzgruppe Weisshelme play
Ein Freiwilliger der syrischen Zivilschutzes rettet ein Kind (Archiv).  Ibrahim Ebu Leys/Anadolu Agency

Mitte September beleuchtete eine Doku des TV-Streamingdienstes Netflix ihre brandgefährliche Arbeit. Vergangenen Donnerstag wurden sie mit dem Alternativen Nobelbreis Right Livelihood Award ausgezeichnet. Zudem gelten die Weisshelme als Kandidaten für den Friedensnobelpreis, der am 7. Oktober vergeben wird. 

Für den syrischen Diktator Baschar al-Assad (51) ist das offenbar zu viel der Ehre. Seine Armee hat die Organisation in den vergangenen Tagen gezielt ins Visier genommen.

Operationszentralen zerstört

Medienberichten zufolge wurden bei Luftschlägen auf von Rebellen besetzte Teile von Aleppo in nur einer Nacht drei von vier Operationszentralen der Weisshelme angegriffen. Zahlreiche Fahrzeuge wurden zerstört. Eine Feuerwehrwache wurde schwer beschädigt. Und auch eine Rettungsstation, die in der Netflix-Doku eine prominente Rolle spielt, wurde dem Erdboden gleichgemacht.

Assad bombardiet in Syrien die Zivilschutzgruppe Weisshelme play
Weisshelme im vergangenn Juni bei einem Einsatz in Norden Aleppos. THAER MOHAMMED/AFP

«Menschen schreien unter den Trümmern, aber wir können ihnen nicht helfen», klagte Zivilschutz-Chef Ammar al Selmo der Nachrichtenagentur Reuters. «Unsere Arbeit musste gestoppt werden, weil wir kein Benzin mehr haben, Ausrüstung zerstört wurde und die Angriffe sehr intensiv waren.»

Dem Regime ein Dorn im Auge

Die Attacken auf die Weisshelme kommen nicht von ungefähr. Das syrische Regime und seine Verbündeten behaupten schon lange, die Organisation sei nichts anders als ein PR-Vehikel westlicher Staaten und sympathisiere nicht zuletzt mit dschihadistischen Gruppierungen.

Assad bombardiet in Syrien die Zivilschutzgruppe Weisshelme play
Ameer Alhalbi/AFP

Sicher ist: Für ihren Einsatz zahlen die Helfer einen hohen Preis. Deutlich mehr als Hundert der insgesamt rund 3000 Freiwilligen sind im syrischen Bürgerkrieg bereits ums Leben gekommen.

Unter ihnen auch der «Held von Aleppo», Khaled Omar: Der 31-Jährige erlangte 2014 durch ein Video Bekanntheit, das ihn bei der elfstündigen Rettung eines zehn Tage alten Säuglings zeigt. Khaled Omar wurde Mitte August bei einem Fassbombenangriff getötet. (bau) 

Publiziert am 26.09.2016 | Aktualisiert am 03.11.2016
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10 Kommentare
  • Rolf  Gerber aus Zürich
    26.09.2016
    Ich gebe noch etwas weiteres zu überlegen. Es gibt ja bekannterweise oder auch nicht, eine gleiche Organisation auf der Regierungsseite in Aleppo. Warum hört man von denen nicht? Die machen genau dasselbe, werden ebenfalls beschossen, kein lobendes Wort, kein Nobelpreis, nichts. Überlegt euch mal warum das so sein könnte. Des weiteren werben die WH dass sie keine staatliche Unterstützung annehmen, aber ausgerechnet die USA unterstützt mit 23 Mio. Warum gründet ein GB Militär eine solche Gruppe?
  • Rolf  Gerber aus Zürich
    26.09.2016
    Jeder soll mal selber unter White Helmets googln und sich dann ein Bild machen. Es wird anders aussehen. Beisein bei Erschiessung ist ein erschreckendes Videodokument. Ja sie sind immer zuerst am Ort. Was wurde bei der SOHR immer kritisiert? Die Quellen? Wunderbar, jetzt gibt es sie endlich. die gute Quelle mit Baby auf dem Arm und Augenzeuge. Was ist noch glaubhafter. Kennt ihr noch Omran, den kleinen Jungen? Kennt ihr auch Abdullah? Warum nicht? Sucht einfach nach: Truth About the #Syrianboy
  • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
    26.09.2016
    Assat ist ein gelehriger Schüler der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Im Algerienkrieg entwickelte die franz. Armee die "französische Doktrin" zur Aufstandsbekämpfung: Terror gegen Zivilisten die mit Aufständischen sympathisieren, Folter, das spurlose Verschwindenlassen Oppositioneller und andere Menschenrechtsverletzungen. Frankreich hielt Jahrzehnte lang seine schützende Hand über Syrien und franz. Algerien-Veteranen waren dort als "Berater" tätig. Jetzt geht diese Drachensaat auf.
  • -  -.- 26.09.2016
    Weisshelme - auch eine geschickte Tarnung um die Daesh zu unterstützen ohne negativ aufzufallen. Die Weisshelme haben alles andere als eine "weisse Weste".
    Aber auch bei diesem Thema sucht man die Objektivität vergebens bei den Mainstreammedien.
    Die meisten der Leser wünschen sich keine einseitigen Meldungen, keine Übertreibungen und kein Totschweigen von Fakten. Die Leser wünschen sich nur die Wahrheit - und dies nach bestem Wissen und Gewissen. Wären die Medien wirklich unabhängig...wären
  • Fridolin  Glarner-Walker aus Genf
    26.09.2016
    Ich frage mich, was die UNO und ihr Sicherheitsrat taugt, wenn sie nicht im Stande sind, diese Barbarei endlich zu stoppen.
    • Marion  Jost aus Schönenwerd
      26.09.2016
      Das ist einfach nur eine Arena für Selbstdarsteller und Machtgierige, zum Wohl der gebeutelten Menschen wird keiner seine Position ändern.... leider