Sie überfiel Bus Frau verprügelt und angezündet

  • Publiziert: 16.12.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

GUATEMALA-STADT – Alejandra Torres wird ausgezogen, geschlagen, mit Benzin übergossen und angezündet – von einem rasenden Mob.

Gestern in der Hauptstadt von Guatemala. Bus-Passagiere beschuldigen Alejandra Torres und drei Männer, einen bewaffneten Raubüberfall auf ihr Fahrzeug geplant zu haben.

Während die drei Männer zu Fuss flüchten können, erwischt der wütende Mob die junge Frau – und fällt brutal über sie her. Torres wird auf der Strasse verprügelt, mit Benzin übergossen und angezündet!

Erst die Polizei kann die Frau vor dem Tod retten. Torres hat damit mehr Glück als 45 Landsleute: Diese überlebten die Lynchjustiz, der 219 Personen allein dieses Jahr in Guatemala ausgesetzt waren, nicht.

Fehlendes Vertrauen in Behörden

Mario Polanco von der Menschenrechtsorganisation Grupo de Apoyo Mutuo de Guatemala (GAM) erklärt das Phänomen Lynchjustiz gegenüber «The Guatemala Times» mit dem fehlenden Vertrauen der Bevölkerung in Justiz und Polizei.

«Die Menschen sind verzweifelt», sagt er. «Ein Verbrecher wird festgenommen», schildert er die Sitaution in seinem Land. «Und am nächsten Tag werden die Kriminellen wieder freigelassen, weil die Untersuchungsbehörden nichts tun.»

Dann würden die Entlassenen in ihre Quartiere zurückkehren und sich an jenen rächen, welche sie verpfiffen hätten. «Aus Verzweiflung nehmen die Leute das Gesetz in ihre eigenen Hände», sagt Menschenrechtler Polonco. (dip/noo)

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