Franzosen vertreiben Adrenalinsüchtige – Schweizer zögern noch Chamonix sperrt Basejumper für ein halbes Jahr

CHAMONIX (F)/LAUTERBRUNNEN BE - Der französische Bergort Chamonix hat ein ein Sprungverbot für Basejumper ausgesprochen. Im Schweizer Basejump-Mekka Lauterbrunnen sieht man davon ab – trotz beinahe 50 Toten in den letzten Jahren.

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Nach den vielen tödlichen Unfällen von Basejumpern in diesem Jahr reagiert der Bürgermeister von Chamonix drastisch: Eric Fournier verhängt für die nächsten sechs Monate ein Sprungverbot in der preisgekrönten Alpenstadt.

«Wir können nicht akzeptieren, dass das Fliegen über bewohntes Gebiet als normal gilt, wenn die Extremsportler damit Bewohner gefährden», sagt Fournier in der französischen Presse.

Wenig Erfahrung

Auslöser für das harte Durchgreifen war ein Russe (†32), der vor wenigen Tagen in ein Chalet segelte und dabei tödlich verunglückte.

Er verursachte einen grossen Sachschaden. Nur durch Glück wurde kein Einwohner verletzt. «Der Sport ist nicht alltäglich und die Jumper haben oftmals zu wenig Erfahrung, um den Sprung korrekt durchzuführen», meint Fournier.

Verbot in Lauterbrunnen nicht umsetzbar

Auch im Schweizer «Basejump-Mekka» Lauterbrunnen hat man sich ein Sprungverbot bereits überlegt. Gemeindepräsident Martin Stäger zu BLICK: «Das Thema wurde im Gemeinderat diskutiert. Aktuell ist ein Verbot jedoch nicht möglich, da die Absprungstellen von den Landbesitzern direkt gesperrt werden müssen.»

Hinzu komme Problematik, dass es zu viele solcher Sprungmöglichkeiten gebe. «Dies macht eine Kontrolle beinahe unmöglich», sagt Steiger. 

In Lauterbrunnen starben über die letzten Jahre beinahe 50 Menschen bei der Ausführung ihres risikoreichen Hobbys. Damit hat die Touristenregion gemäss der «Base Fatality List», der Todes-Liste eines Fachmagazins, 15 Prozent aller tödlichen Basejumpunfälle zu verzeichnen. (fss)

Publiziert am 06.10.2016 | Aktualisiert am 11.10.2016
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4 Kommentare
  • Thomas  Maeder 06.10.2016
    Man sollte in einer ersten Phase dafür sicherstellen, dass Flugrouten von Basejumpern nicht Unbeteiligte gefährden. In einer zweiten Phase könnte man dafür sorgen, dass Basejumper ihren eigenen Räumdienst organisieren, der die Leichen birgt und die Überstellung an die Angehörigen veranlasst. Jeder zahlt pro Sprung eine Abgabe und der Basejumperverband stellt mit dem Geld zwei Leute an, die das übernehmen. Ein Verbot wäre meiner Ansicht nach unverhältnismässig.
  • Rex  Schweizer 06.10.2016
    Klar kann man dieses Russisches Lebensroulette auch in Lauterbrunnen verbieten. Man muss nur auch noch extrem Hohe Bussen aussprechen. Also ganz einfach wenn einer beim verbotenen Springen erwischt wird. Ganzes Material beschlagnahmen, sofortige Abreise, Ferienverbot in Lauterbrunnen und mind. Fr. 10000 Busse. Fertig. Dann wirds funktionieren.
  • Paul  Strassmann 06.10.2016
    Aktuell sind Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Strassen jedoch unmöglich, weil die einzelnen Abschnitten von verschiedenen Polizeikorps kontrolliert werden müssten. Hinzu kommt die Problematik, dass es einfach zu viele Strasse gibt. Das macht eine Kontrolle beinahe unmöglich.
    • Aron  Ottiger 06.10.2016
      Genau das habe ich auch gedacht, man will einfach nicht, Punkt aus.