Frankreich - Kuba: Raúl Castro beginnt historischen Staatsbesuch in Frankreich

Paris – Mit einem historischen Staatsbesuch in Frankreich hat Kubas Präsident Raúl Castro die Annäherung seines Landes an Europa vorangetrieben. Der 84-jährige Staatschef wurde am Montag in Paris mit militärischen Ehren empfangen.

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Nach einem Gespräch mit dem französischen Staatschef François Hollande unterzeichneten beide Seiten zahlreiche Vereinbarungen. Es war der erste offizielle Staatsbesuch Castros in Europa.

Castro wurde am Montagvormittag zunächst am Pariser Triumphbogen von Frankreichs Umweltministern Ségolène Royal empfangen, der Nummer drei der französischen Regierung. Er fuhr über den mit kubanischen und französischen Fahnen geschmückten Prachtboulevard Champs-Elysées bis zu dem Monument und legte Blumen am Grab des unbekannten Soldaten ab.

Am Nachmittag unterhielt sich Castro fast eine Stunde lang mit Hollande im Elysée-Palast. Anschliessend traten beide vor die Presse. Hollande forderte US-Präsident Barack Obama auf, «bis zum Ende» zu gehen und das US-Handelsembargo gegen Kuba aufzuheben. «Dieses Relikt aus dem Kalten Krieg» müsse beendet werden. Castro sagte, Kuba begrüsse diese Haltung Frankreichs.

Hollande war im Mai als erster westlicher Staatschef nach der historischen Ankündigung der USA und Kubas zur Wiederaufnahme ihrer Beziehungen nach Havanna gereist und hatte dabei ebenfalls auf die Aufhebung des US-Embargos gedrungen.

Castro und Obama hatten Ende 2014 offizielle Gespräche über die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen angekündigt - und damit das Ende einer jahrzehntelangen Eiszeit eingeleitet. Im vergangenen Sommer bekamen die diplomatischen Vertretungen im jeweils anderen Land wieder den Status von Botschaften.

Die auch von Obama geforderte Aufhebung des seit 1962 geltenden Handelsembargos scheiterte jedoch bislang am Widerstand im US-Kongress. Das Embargo verbietet US-Bürgern Investitionen in Kuba, aber auch touristische Reisen in das Land.

Frankreich plant seinerseits den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Karibikstaat, der sich langsam der Marktwirtschaft öffnet.

Eine Reihe französischer Konzerne - unter ihnen der Getränkeriese Pernod-Ricard und die Energieunternehmen Total und Alstom - haben bereits auf der Karibikinsel investiert. Mit einem Volumen von rund 180 Millionen Euro steckt der Handel zwischen beiden Ländern aber noch in den Kinderschuhen.

Anlässlich von Castros Besuch unterzeichneten beide Seiten am Montag rund ein Dutzend Vereinbarungen, unter anderem in den Bereichen Tourismus, Handel und Verkehr.

Auch zwischen Kuba und der Europäischen Union stehen die Zeichen auf Annäherung. Seit April 2014 wird über einen «Rahmen für einen politischen Dialog und für Kooperation» beraten, eine der wichtigen Fragen dabei ist die Lage der Menschenrechte in Kuba.

Raúl Castro, der 2006 von seinem älteren Bruder Fidel Castro in Kuba die Macht übernahm, reiste erstmals zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Europa. Es ist der erste Besuch eines kubanischen Staatschefs in Frankreich seit 21 Jahren. Kuba benötigt dringend ausländische Investitionen, seit sein wichtigster Unterstützer Venezuela wirtschaftlich und politisch in der Krise steckt.

Raúl Castro kam bereits am Samstag zu einem privaten Besuch in Paris an und begann am Montag das offizielle Programm. Am Dienstag wird er unter anderen Premierminister Manuel Valls, die Präsidenten von Nationalversammlung und Senat und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo treffen.

Im Mai vergangenen Jahres war Castro von Papst Franziskus im Vatikan empfangen worden, dabei handelte es sich aber nicht um einen offiziellen Staatsbesuch. (SDA)

Publiziert am 01.02.2016 | Aktualisiert am 01.02.2016
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Historischer Empfang: Kubas Präsident Raúl Castro und die französische Umweltministerin Ségolène Royal schreiten vor dem Pariser Triumphbogen die militärische Ehrengarde ab. play
Historischer Empfang: Kubas Präsident Raúl Castro und die französische Umweltministerin Ségolène Royal schreiten vor dem Pariser Triumphbogen die militärische Ehrengarde ab. KEYSTONE/AP POOL REUTERS/JACKY NAEGELEN

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