Schweiz lässt Polanski frei: Reaktionen Frankreich erfreut, USA verärgert

  • Publiziert: 12.07.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

PARIS – Frankreichs Kulturminister Frédéric Mitterrand ist erfreut über den Entscheid der Schweiz, Roman Polanski nicht an die USA auszuliefern. Aus dem US-Aussenminiterium heisst es: «Wir sind enttäuscht!»

Polanski könne nun endlich wieder in die «Künstlergemeinde» zurückkehren, die ihn während mehrerer Monate «mit Wärme und Respekt» umgeben habe, freute sich Mitterrand in einer Mitteilung. Nun sei die Zeit der Beschwichtigung gekommen.

Aussenminister Bernard Kouchner sprach seiner Amtskollegin Micheline Calmy-Rey seine «grosse Erleichterung» aus. Der «grosse franko-polnische Filmregisseur» könne mit seiner Familie nun wieder in Freiheit zusammenkommen und sich wieder voll auf seine künstlerischen Tätigkeiten konzentrieren.

«Riesiges Dankeschön» von Polanski

Die USA reagierten mit Verärgerung auf den Entscheid der Schweizer Justiz. «Wir sind enttäuscht», sagte Aussenministeriumssprecher Philip Crowley in Washington. Polanski werde eines schweren Verbrechens beschuldigt, auf dessen Aufklärung die US-Justiz weiter drängen werde.

Polanski selbst bedankte sich über seinen Anwalt bei all jenen, die ihm beigestanden haben. Er wolle seinen Unterstützern ein «riesiges Dankeschön» zukommen lassen, heisst es in einer Erklärung. Über den Fall selbst wolle er sich zwar nicht äussern.

Ein Philosoph ist «verrückt vor Freude»

Polanskis Freilassung löste weitherum Freude aus. Seine Ehefrau, die Schauspielerin Emmanuelle Seigner, äusserte sich in einer Mitteilung erleichtert: Die Freilassung sei «das Ende eines neunmonatigen Alptraums».

Frankreichs Aussenminister Bernard Kouchner sagte, der «grosse franko-polnische Filmregisseur» könne sich nun wieder voll auf seine künstlerische Tätigkeit konzentrieren. Gar «verrückt vor Freude» wähnte sich der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy.

Polen dankt für «klugen Entschluss»

Polen, Polanskis Heimatland, dankte der Schweiz für den «klugen Entschluss». Der Vorsitzende der polnischen Regisseur-Vereinigung, Jacek Bromski, begrüsste den Entscheid mit «Freude und Bitternis». «Polanskis Inhaftierung war von Anfang an unrechtmässig und jeder wusste das», sagte er. (SDA/dip)

Polanskis Anwalt lobt Schweizer Justiz

PARIS – Ein Anwalt von Roman Polanski zeigt sich sehr erfreut über den Entscheid der Schweiz, den Starregisseur nicht an die USA auszuliefern. Er sei «sehr glücklich und bewegt», sagte George Kiejman der AFP. Er sei sehr froh über den Entscheid. Einerseits als Freund und andererseits weil er denke, dass Polanski einen langen Leidensweg hinter sich habe. Kiejman: «Ich würdige die Schweizer Justiz. Ihre Analyse ist sehr korrekt.»

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Ausland

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  • 37,6% Falscher Entscheid. Polanski hätte sich für seine Tat vor Gericht verantworten müssen.