CIA-Jets: Stelldichein in Camp Atom
Henry Habegger und Beat Kraushaar | Aktualisiert um 00:03 | 08.03.2006
Die Entführungsjets des CIA gaben sich pikante Stelldicheins. Vor der Entführung von Abu Omar etwa im deutschen Ramstein. Aber auffällig oft auch auf einem verlassenen Atom-Testgelände in der Wüste von Nevada, USA. Wurden dort Terrorverdächtige festgehalten?
CIA-Flüge
Am 17. Februar 2003 entführte ein CIA-Kommando in Mailand den Islamisten Abu Omar nach Ägypten ins Foltergefängnis. Die Entführung führte über den US-Luftwaffenstützpunkt in Aviano (Italien) durch Schweizer Luftraum nach Ramstein (Deutschland) und von dort weiter nach Kairo.
Die exklusive Liste von BLICK mit den Flügen der CIA-Jets zeigt: n den Tagen vor der Entführung waren nicht weniger als drei mysteriöse CIA-Jets auf der US-Basis Ramstein. Nicht nur die Gulfstream N85VM, mit der der Imam später nach Kairo gebracht wurde. Sondern auch die zwei anderen CIA-Entführungsjets, die Gulfstream N379P und die Boeing N313P:
29. Januar 2003: Die Gulfstream N379P fliegt vom Dulles Airport in Washington DC nach Ramstein.
30. Januar 2003: Die Boeing N313P fliegt ebenfalls von Dulles nach Ramstein.
4. Februar 2003: Die Gulfstream N85VM fliegt ebenfalls von Dulles nach Ramstein.
Dass die drei Jets fast zeitgleich nach Ramstein flogen, kann kein Zufall sei: Denn keines der drei Flugzeuge war in den Jahren zuvor oder danach jemals auf diesem US-Stützpunkt. Sie landeten sonst immer in Frankfurt.
Möglich, dass die Jets Personal und allenfalls Material für die bevorstehende Operation Abu Omar anlieferten. Bei der Entführung kamen in Italien über 20 Agenten zum Einsatz, die jetzt von Italien per EU-Haftbefehl gesucht werden.
Was geschah in Desert Rocks?
Ein noch mysteriöserer Treffpunkt für CIA-Jets liegt in den USA selbst: In der Wüste von Nevada, einem abgelegener Fleck Erde namens Desert Rock, besser bekannt als «Camp Atom». In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts warfen die USA dort mehrere Atombomben aus Flugzeugen in die Wüste. Nur wenige Meilen vom Atompilz entfernt wurden jeweils Tausende von Soldaten platziert, um an ihnen die Wirkung der Bombe testen zu können und die entstehenden Strahlungen zu messen. Ebenso wie an er Wohnbevölkerung in der Nähe, die unfreiwillig ebenfalls in die Tests miteinbezogen war. Alle mit den entsprechenden Spätfolgen der Verstrahlung.
In diesem mittlerweile verlassenen Desert Rock, wo pro Jahr gewöhnlich nicht mehr als halbes Dutzend Flugzeuge landet, herrschte kürzlich vergleichsweise Hochbetrieb. In der Zeit von Sommer 2002 bis Frühling 2003 landeten auffällig viele CIA-Jets auf der Wüstenpist. Unter anderem:
Herkules N8183J der CIA-Tarnfirma Rapid Air Transport: Zwischen Oktober und Dezember 2002 drei Landungen im Atom-Camp.
Herkules N2189M der Rapid Air Transport, betrieben durch die CIA-Firma Tepper:Im Dezember 2002 und Januar 2003 zwei Landungen.
Beech King Air N4489A der CIA-Tarnfirma Aviation Specialties. Landete Im Oktober 2002 in Desert Rock.
Beech King Air N5139A der Aviation Specialties im November 2002.
Was hatten diese Jets dort zu suchen?
Noch mysteriöser wird die Sache, weil in dieser Zeit auch die bekannten CIA-Entführungsjets Station im Camp Atom machten:
Die berüchtigte Entführungs-Boeing N313P traf am 5. Dezember 2002 in Desert Rock ein. Sie kam direkt aus Europa: Pisa, Italien (Abflug: 1. Dezember), Frankfurt, Deutschland (4. Dezember), Mildenhall, England (4. Dezember). Dabei überflog sie zweimal die Schweiz.
Die Gulfstream N85VM (mit der Abu Omar entführt wurde) landete zwei Tage nach der Boeing in Desert Rock: Am 7. Dezember 2002. Auch die Gulfstream kam aus Europa: Amman, Jordanien (Abflug: 6. Dezember) und Frankfurt, Deutschland (6. Dezember)
In den USA landeten beide Jets vor ihrem Stopp in Desert Rock noch auf der Andrews Air Force Base in Maryland. Und beide flogen danach weiter ins nahe liegende Las Vegas.
CIA-Jets im Atomcamp. Die entscheidende Frage lautet: Hatten die Amis auf diesem verlassenen Fleck Erde Gefangene versteckt? Diente Camp Atom als Geheimgefängnis?
Die exklusive Liste von BLICK mit den Flügen der CIA-Jets zeigt: n den Tagen vor der Entführung waren nicht weniger als drei mysteriöse CIA-Jets auf der US-Basis Ramstein. Nicht nur die Gulfstream N85VM, mit der der Imam später nach Kairo gebracht wurde. Sondern auch die zwei anderen CIA-Entführungsjets, die Gulfstream N379P und die Boeing N313P:
Dass die drei Jets fast zeitgleich nach Ramstein flogen, kann kein Zufall sei: Denn keines der drei Flugzeuge war in den Jahren zuvor oder danach jemals auf diesem US-Stützpunkt. Sie landeten sonst immer in Frankfurt.
Möglich, dass die Jets Personal und allenfalls Material für die bevorstehende Operation Abu Omar anlieferten. Bei der Entführung kamen in Italien über 20 Agenten zum Einsatz, die jetzt von Italien per EU-Haftbefehl gesucht werden.
Was geschah in Desert Rocks?
Ein noch mysteriöserer Treffpunkt für CIA-Jets liegt in den USA selbst: In der Wüste von Nevada, einem abgelegener Fleck Erde namens Desert Rock, besser bekannt als «Camp Atom». In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts warfen die USA dort mehrere Atombomben aus Flugzeugen in die Wüste. Nur wenige Meilen vom Atompilz entfernt wurden jeweils Tausende von Soldaten platziert, um an ihnen die Wirkung der Bombe testen zu können und die entstehenden Strahlungen zu messen. Ebenso wie an er Wohnbevölkerung in der Nähe, die unfreiwillig ebenfalls in die Tests miteinbezogen war. Alle mit den entsprechenden Spätfolgen der Verstrahlung.
In diesem mittlerweile verlassenen Desert Rock, wo pro Jahr gewöhnlich nicht mehr als halbes Dutzend Flugzeuge landet, herrschte kürzlich vergleichsweise Hochbetrieb. In der Zeit von Sommer 2002 bis Frühling 2003 landeten auffällig viele CIA-Jets auf der Wüstenpist. Unter anderem:
Was hatten diese Jets dort zu suchen?
Noch mysteriöser wird die Sache, weil in dieser Zeit auch die bekannten CIA-Entführungsjets Station im Camp Atom machten:
In den USA landeten beide Jets vor ihrem Stopp in Desert Rock noch auf der Andrews Air Force Base in Maryland. Und beide flogen danach weiter ins nahe liegende Las Vegas.
CIA-Jets im Atomcamp. Die entscheidende Frage lautet: Hatten die Amis auf diesem verlassenen Fleck Erde Gefangene versteckt? Diente Camp Atom als Geheimgefängnis?
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