«Guantánamo Bay Express»
Von Henry Habegger und Beat Kraushaar | Aktualisiert um 00:13 | 16.02.2006
Die Gulfstream V, besser bekannt unter der Bezeichung «Guantánamo Bay Express». Exklusiv dokumentiert BLICK rund 400 Flüge des CIA-Jets, der zwei Mal in Genf landete und die Schweiz 19 Mal überflog.
«Guantánamo Bay Express» – Die Liste als PDF
Der kleine Jet, Kennzeichen N379P (später N8068V und N44982), gehörte bis vor einem Jahr der Firma Premier Executive Transport Services (PETS). Wie die Boeing N313P, die ebenfalls für Entführungen eingesetzt wurde.
PETS ist eine CIA-Tarnfirma, die nur auf dem Papier existiert. Die Personen, die in öffentlichen Unterlagen als Firmenverantwortliche genannt wurden, erwiesen bei Recherchen der US-Medien sich als Schein-Existenzen.
Der Jet fasst 12 Passagiere und 2 Crewmitglieder und kann bei einer Geschwindigkeit von gut 900 km/h bis zu 12000 Kilometer am Stück fliegen. Er wurde offensichtlich extensiv für Entführungen und Überstellungen von Terrorverdächtigen gebraucht.
Gemäss schwedischen Untersuchungen wurde der Jet etwa bei der Entführung von zwei Terrorverdächtigen aus Schweden nach Ägypten benutzt. Der Flug führte an diesem Tag über die Schweiz. Die zwei Asylbewerber wurden in Schweden am Arbeitsplatz beziehungsweise auf dem Heimweg von lokalen Geheimdiensten verhaftet und am Stockholmer Flughafen einem maskierten CIA-Kommando übergeben, das in der N379P wartete.
Das Kommando stellte die Ägypter mit Betäubungsmitteln ruhig, steckte sie in Windeln und Overalls, verpasste ihnen Säcke über dem Kopf und flog sie nach Kairo ins Foltergefängnis Al Tora. Einer wurde später unter Auflagen freigelassen, der andere von einem ägyptischen Militärgericht verurteilt.
Die Gulfstream flog, wie die BLICK-Liste zeigt, systematisch in Länder, wo die USA gemäss Berichten Gefangene einkerkern und foltern liessen. So etwa Taschkent (Usbekistan), Kairo (Ägypten), Amman (Jordanien), Rabat (Marokko) und natürlich ins Gefangenenlager in Guantánamo Bay (Kuba). Bekannt ist auch, dass der Jet bei Entführungen in Pakistan oder Indonesien eingesetzt wurde.
Auch andere Parallelen zur Entführungs-Boeing N313P sind offensichtlich: Die Gulfstream wechselte wiederholt Kennzeichen, Besitzer und auch Flugbasen in den USA und in Europa. Basis des Jets war lange ein bekannter CIA-Hub: Smithfield, North Carolina. Als der Jet zunehmend in den Fokus internationaler Medien geriet, wurden seine nachweisbaren Flüge nach Europa selten und seltener.
Anfang 2006 wechselte die Gulfstream erneut Besitzer, und ein neuees Kennzeichen ist reserviert. Neu soll er unter der Bezeichnung N126CH fliegen. Die neue Eigentümerfirma heisst originellerweise N126CH Inc.. Hinter ihr stehen aber diesmal immerhin real existierende Personen: Eine Anwältin aus Miami, Florida, erscheint im US-Firmenregister als ständige Vertreterin vor Ort. Hinter der Firma stehen, das geht aus den eingetragenen Namen hervor, millionenschwere Persönlichkeiten aus Florida.
Ob der Jet auch weiterhin für die CIA unterwegs ist, ist vorderhand offen. Doch wer im Google den Namen des Firmenpräsidenten eingibt, erfährt rasch: Er hat den Wahlkampf von US-Präsident Bush finanziell unterstützt.
PETS ist eine CIA-Tarnfirma, die nur auf dem Papier existiert. Die Personen, die in öffentlichen Unterlagen als Firmenverantwortliche genannt wurden, erwiesen bei Recherchen der US-Medien sich als Schein-Existenzen.
Der Jet fasst 12 Passagiere und 2 Crewmitglieder und kann bei einer Geschwindigkeit von gut 900 km/h bis zu 12000 Kilometer am Stück fliegen. Er wurde offensichtlich extensiv für Entführungen und Überstellungen von Terrorverdächtigen gebraucht.
Gemäss schwedischen Untersuchungen wurde der Jet etwa bei der Entführung von zwei Terrorverdächtigen aus Schweden nach Ägypten benutzt. Der Flug führte an diesem Tag über die Schweiz. Die zwei Asylbewerber wurden in Schweden am Arbeitsplatz beziehungsweise auf dem Heimweg von lokalen Geheimdiensten verhaftet und am Stockholmer Flughafen einem maskierten CIA-Kommando übergeben, das in der N379P wartete.
Das Kommando stellte die Ägypter mit Betäubungsmitteln ruhig, steckte sie in Windeln und Overalls, verpasste ihnen Säcke über dem Kopf und flog sie nach Kairo ins Foltergefängnis Al Tora. Einer wurde später unter Auflagen freigelassen, der andere von einem ägyptischen Militärgericht verurteilt.
Die Gulfstream flog, wie die BLICK-Liste zeigt, systematisch in Länder, wo die USA gemäss Berichten Gefangene einkerkern und foltern liessen. So etwa Taschkent (Usbekistan), Kairo (Ägypten), Amman (Jordanien), Rabat (Marokko) und natürlich ins Gefangenenlager in Guantánamo Bay (Kuba). Bekannt ist auch, dass der Jet bei Entführungen in Pakistan oder Indonesien eingesetzt wurde.
Auch andere Parallelen zur Entführungs-Boeing N313P sind offensichtlich: Die Gulfstream wechselte wiederholt Kennzeichen, Besitzer und auch Flugbasen in den USA und in Europa. Basis des Jets war lange ein bekannter CIA-Hub: Smithfield, North Carolina. Als der Jet zunehmend in den Fokus internationaler Medien geriet, wurden seine nachweisbaren Flüge nach Europa selten und seltener.
Anfang 2006 wechselte die Gulfstream erneut Besitzer, und ein neuees Kennzeichen ist reserviert. Neu soll er unter der Bezeichnung N126CH fliegen. Die neue Eigentümerfirma heisst originellerweise N126CH Inc.. Hinter ihr stehen aber diesmal immerhin real existierende Personen: Eine Anwältin aus Miami, Florida, erscheint im US-Firmenregister als ständige Vertreterin vor Ort. Hinter der Firma stehen, das geht aus den eingetragenen Namen hervor, millionenschwere Persönlichkeiten aus Florida.
Ob der Jet auch weiterhin für die CIA unterwegs ist, ist vorderhand offen. Doch wer im Google den Namen des Firmenpräsidenten eingibt, erfährt rasch: Er hat den Wahlkampf von US-Präsident Bush finanziell unterstützt.
Angebot
Folterflüge
ANZEIGE
Marktplatz
Blick.ch








